wird iWatch Sprungbrett für die ganze Branche?

Smartwatch-Fachmann Gillen im kress-Interview:    „Die iWatch wird zum Sprungbrett für die ganze Branche“

Tobias Gillen (Foto: privat)
Tobias Gillen (Foto: privat)

Internet am Arm – das ist noch ungewöhnlich. Aber neue smarte Uhren und internetfähige Brillen wie Google Glass kommen nach und nach in die Geschäfte. Der neue kressreport (ET: 8. August) blickt auf die Pläne deutscher Verlage und Sender für die „Wearables“.

Bislang wagte es nur n-tv eine deutsche Nachrichten-App für die Smartwatch herauszubringen. Im kressreport berichtet die Bereichsleiterin Neue Medien, Eva Messerschmidt, warum sich der Sender so früh hervorwagt. Denn noch hat kaum jemand eine Internet-Uhr am Handgelenk. Unter den Internet-Nutzern ist es nicht einmal einer von hundert, wie eine Befragung von Fittkau & Maaß Consulting ergab. Immerhin ein Viertel hat aber Interesse an solchen Geräten.

Den noch jungen Markt beobachtet der Branchendienst Wearables Report. Ende Juni gründete ihn der Journalist >Tobias Gillen, 21, zusammen mit den Kollegen >Julian Heck, 23, und Ekki Kern, 31. kress sprach mit Gillen.

kress: Auf dem Markt der Wearables heißt es gerade: „gucken, aber noch nicht anfassen“. Viele Kunden interessiert die Technik, aber kaum einer hat sie. Ändert sich das in den kommenden drei Jahren?

Tobias Gillen: Die Antwort ähnelt natürlich dem Blick in die Glaskugel. Wenn man jetzt in der Fußgängerzone fragt, was eine Smartwatch ist, wird sich kaum jemand etwas darunter vorstellen können. Aber das ändert sich bestimmt. Mit Einführung der iWatch von Apple vermutlich zu Weihnachten  und mit der anstehenden IFA in Berlin werden wir möglicherweise erleben, was schon beim iPhone passiert ist: Ganz plötzlich wollen ganz viele so etwas haben. Apple zieht eben Aufmerksamkeit auf sich. Deshalb glaube ich, dass die iWatch zum Sprungbrett für die ganze Branche wird. Gleiches gilt für die IFA.

kress: Momentan bieten deutsche Medienhäuser kaum Apps für Uhren an. n-tv ist da die Ausnahme mit einer News-Anwendung für die Samsung Galaxy Gear 2. Schlafen Verlage und Sender?

Gillen: Was bei denen im stillen Kämmerlein besprochen wird, weiß ich natürlich nicht. Aber untätig sind sie bestimmt nicht. Erste Konzepte sind auf dem Markt. Der britische „Guardian“ hat ja neulich eine App für die Google Glass herausgebracht. Die testen, was möglich ist. Und bei n-tv muss man anerkennen: Die App ist längst noch nicht gut, aber es ist toll, dass sie es ausprobieren, obwohl es noch keinen Markt gibt.

kress: Und den gibt es erst recht noch nicht für Datenbrillen…

Gillen: Es ist einfach noch viel Luft nach oben. Ich empfehle aber allen Medien, nicht in den alten Schubladen zu denken. Ganz neue Formate müssen her. Wie cool wäre es etwa, wenn Besucher eines Großereignis statt dem 5.000. Liveticker per Website die Informationen direkt auf den Screen bekämen, die ihnen vor Ort helfen. Auch der hyperlokale Journalismus bekommt durch die Brillen ganz neue Möglichkeiten. Falls sie mal populär werden.

Sie wollen das Heft mit der Geschichte über Wearables kaufen? Dann hier die aktuelle Ausgabe 14.14 bestellen.

kress: Wozu eigentlich zusätzlich zu Smartphone und Tablet auch noch eine Smartwatch und eine Datenbrille?

Gillen: Jeder sieht darin einen anderen Mehrwert und manche eben auch keinen. Vor ein paar Jahren konnte sich niemand vorstellen, dass man ohne Smartphone nicht mehr aus dem Haus geht. Für manche Anwendungen können Smartwatches praktischer sein: Ich muss zum Beispiel nicht bei jeder Vibration mein Handy aus der Tasche holen, weil ich schon auf der Uhr sehe, wer mir geradeschreibt. Und wenn ich mir vorstelle, durch die Stadt zu gehen mit der Navigation in meiner Brille – das wäre schon reizvoll.

kress: Kommen wir zu Ihrer Gründung, dem Branchendienst Wearables Report. Kann daraus ein Geschäftsmodell werden?

Gillen: Klar. Uns gibt es seit sechs Wochen. Mehr als 200 haben aktuell unseren Newsletter abonniert. Das hätten wir nicht gedacht, weil wir erst meinten, Newsletter seien verpönt. Unter den Abonnenten sind momentan zwar noch wenige Verbraucher, eher Fachjournalisten. Aber wenn die iWatch kommt, wird das Thema mehr Verbraucher interessieren. Dann sind wir da und machen ein funktionierendes Angebot.

kress: Und wie verdienen Sie mit ein paar Hundert Abonnenten Geld?

Gillen: Über Werbung und Sponsoring. Wir haben bereits zwei Werbekunden, die von sich aus auf uns zugekommen sind. Einer wird zum Beispiel bald seine Veranstaltung über uns bewerben. Wenige Wochen nach dem Start kommt also Geld rein. Inzwischen haben wir auch einen weiteren Newsletter, den „Smart Home Report“, gestartet, einen Informationsdienst für das vernetzte Zuhause, also Smart Homes. Das Konzept ist noch erweiterbar mit anderen Themen. Mittlerweile sind wir mit einem großen Digitalvermarkter im Gespräch. Unser Problem ist nicht die Werbung im Newsletter, sondern die auf der Website. Bei Tausenderkontaktpreisen von ein bis drei Euro bringt uns das kaum etwas ein. Und da reden wir noch lange nicht über AdBlocker und Co.

Der neue kressreport 14.14 vertieft das Thema und blickt auf die Pläne von Medienhäusern. Thomas Duhr von IP Deutschland erläutert Vermarktungsmöglichkeiten für tragbare Medien, Michael Starck vom Softwarehaus Lineas inhaltliche Konzepte. Und auch im Hause Axel Springer sind Datenbrille längst ein Thema: Die von Springer übernommene Fitness-Anwendung Runtastic liefert dem Haus Erfahrungswerte für Markt und Technologie. Das und mehr lesen Sie ab dem 8. August exklusiv im kressreport, der hier im Probe-Abo bezogen werden kann.

Autor dieser Kress-Report-Meldung: Jens Twiehaus

Quelle: kress.de

Meine Story zur Google Glass

 

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Über Karl-Heinz Hänel

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