Interview: Was hilft gegen Bilderklau im Internet?

Plaghunter ist jetzt auf der ganz aktuell neu aufgestellten Website: plaghunter.com

Verstöße gegen das Urheberrecht sind keine Kavaliersdelikte © Copyright by PANORAMO

Verstöße gegen das Urheberrecht sind keine Kavaliersdelikte © Copyright by PANORAMO

Im Internet wird tagtäglich massenhaft das Urheberrecht verletzt.

Das Ziel eines jeden Urhebers ist es: Geklaute Bilder aufspüren und zu seinem Recht kommen. Denn im Internet wird tagtäglich massenhaft das Urheberrecht verletzt.

Fotografen und Bild-Urheber allgemein, beklagen beachtliche Verluste, weil ihre, mit zeitlich großem und finanziellen Aufwand und professionell produzierten Bilder nicht gekauft, sondern ohne Rechtsbewustsein online per screenshot geklaut werden. Derartige Urheberrechtsverletzungen sind mit der Sozialen Marktwirtschaft jedoch nicht vereinbahr.

Ich selbst bin davon betroffen und kann mich aufgrund dessen einkommensbezogen als arm bezeichnen. Mir bleibt keine andere Wahl, als meine Urheberrechte einzuklagen.

Nutzungshonorare für Fotos sind heute so günstig wie nie, dennoch meint so maches schwarze Schaf, … mal eben ein Screenshot von einem im Web vorgefundenen Foto geht ja schneller, als es online für ein paar Eurocent rechtmäßig zu erwerben.

Aber nichts im Web bleibt unentdeckt, ein geklautes Bild wird gefunden.

Über Plaghunter las ich zum ersten Mal auf der Website von Robert Kneschke. Das machte mich neugierig und so stellte ich Marco Verch ein paar Fragen.

Herr Verch, wie kam es zu diesem Start-up?
Marco Verch:
Ich mache selbst gerne Fotos, wenn ich im Urlaub bin. Viele dieser Bilder lade ich bei Flickr hoch. Da ich mich selbst freue, wenn ich zu einem Thema ein kostenloses Foto finde, stelle ich meine Bilder auch unter Creative Commons ein.
Spannend wurde es, als tatsächlich Webmaster meine Fotos verwendeten. Das habe ich über die Google-Bilder-Rückwärtssuche herausgefunden, mich beim Webmaster bedankt und häufig noch einen Backlink auf mein Projekt bekommen. Das Ganze habe ich dann nach einiger Zeit automatisiert, da die Rückwärtssuche von Google doch etwas aufwändig ist, wenn man es regelmäßig für viele hundert oder tausend Fotos wiederholt.

Frage: Wird da nicht Google selbst irgendwann auf die Idee kommen, diesen Service kostenpflichtig anzubieten?
Marco Verch:
Ein „Google-Alert for Images“ wäre tatsächlich interessant, aber davon gehe ich nicht aus. Google ist sehr gut darin, Menschen Informationen und Inhalte zugänglich zu machen und darauf werden sie sich konzentrieren. Für Manche ist die Google-Bildersuche selbst an der Grenze zum Bilderklau.

Frage: Was unterscheidet Plaghunter.com von anderen Lösungen
Marco Verch:
Plaghunter.com findet dank Google-Algorithmus sehr viele Funde und begrenzt sich beispielsweise nicht nur auf eBay. Der Bilderimport ist dabei sehr einfach und mit nur einem Mausklick zu bewerkstelligen. Wir beteiligen uns nicht an den dadurch erzielten Lizenzgebühren, sondern stellen jedem User frei, wie er mit Fällen von Bilderklau umgeht.

Wendet man Plaghunter.com konsequent an, geht es auch sehr schnell juristisch zur Sache. Frage: gibt es auch Gegenwind, etwa von den Rechtsanwälten der Gegenseite?
Marco Verch:
Nein, bisher nicht. Ich habe bisher nur Rechtsanwälte kennengelernt, die das Urheberrecht respektieren.

Plaghunter.com geliebt oder gehasst?
Frage: Wie ist das Feedback, tendenziell positiv oder negativ, macht man sich als Betreiber damit Feinde?
Marco Verch:
Das Feedback ist durchweg positiv. Wir von Plaghunter.com helfen, Bilderklauer zu finden, aber treten nicht direkt mit den jeweiligen Webseiten in Kontakt. Statt direkt einen Rechtsanwalt einzuschalten, empfehlen wir natürlich erst mal, die anderen Wege zu gehen. Das sind z. B.: Um Verlinkung oder Namensnennung zu bitten oder das Bild zu einem überschaubaren Preis nachträglich zu lizenzieren.

Im Web wird sehr schnell polarisiert, es gibt oft nur pro oder contra
Frage: Muss man bei der Nutzung von Plaghunter.com ein schlechtes Gewissen haben?
Marco Verch:
Nein, ganz und gar nicht. Plaghunter.com hilft, die eigenen Rechte zu schützen. Wie weit das geht, muss natürlich jeder für sich entscheiden. Ich habe noch keinen Kunden erlebt, der beispielsweise einen privaten Blogger abgemahnt hat.

Mehr Infos lesen Sie auf der Website: plaghunter.com

Ob Bilder, Musik, Texte oder auch Videos, fast alles wird im Internet getauscht und kopiert, ohne dass die Urheber und Künstler gefragt oder an den Gewinnen einer Verwendung  beteiligt werden. Die Verletzung des Urheberrechts beruht bei jüngeren Hobbiesurfern zum Teil auf Unkenntnis über die Rechtslage, geschieht sehr häufig aber auch in voller Absicht und dem Wissen darüber, dass dies ein Strafdelikt ist.

Wem es nicht so richtig klar ist, worum es geht, was ist denn eigentlich das Urheberrecht?

Sogar Gewerbetreibende, die es besser wissen sollten, greifen ungeniert zu.

Da die Verursacher-Recherche und eine Beweissicherung derartiger Diebstähle sehr zeitaufwendig sind, sind demzufolge die entsprechenden Nachforderungen gerechtfertigt, die oft ein vielfaches des üblichen Bildrechteerwerbes ausmachen. Denn leider ist es in der Mehrzahl der Fälle unvermeidlich, einen Rechtsanwalt zu beauftragen, um dem Dieb nicht die Möglichkeit zu geben, sich aus dem Staub zu machen. Auch das kostet, und zwar am Ende dann den Dieb…

„Urheberrechtsverletzungen, besonders wenn sie absichtlich und zur Gewinnerzielung begangen werden, sollten nicht klaglos hingenommen werden.“ meint zumindest der Medienanwalt Tim Hoesmann von hoesmann.eu,
bei dem ich mich an dieser Stelle für seine unermüdliche Hilfe und Kompetenz in Sachen Urheberrechtsverletzungen bedanken möchte … mehr auf dessen Website hoesmann.eu

Als Bildschaffender bin ich selbst ein Betroffener, finde mich als permanent Bestohlener meiner eigenen Arbeitsleistung wieder, sprich: ich bin ein Bestohlener von professionell produzierten Fotografien, der sich im Web nach Selbstschutz und Lösungen umsah, um mich am Ende nicht meiner Erwerbsgrundlage als Bildschaffender beraubt zu sehen.

Hier sehen Sie ein Beispiel für eine korrekte Bildquellenangabe

Was ist eigentlich das Urheberrecht?

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Begriffserklärung: DMCA

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Über Karl-Heinz Hänel

Karl-Heinz Hänel ist freier Reise- u. Bild-Journalist, betreibt Storytelling online und zeichnet redaktionell verantwortlich Nach mehrjähriger Mitarbeit für die TV-Sender ARD und ZDF, sowie für internationale Bildagenturen, wechselte der studierte Dipl.- Kommunikations-Designer und Landschaftsfotograf 1995 in den Reisejournalismus, nachdem ihn zunächst nach einer Standortsuche das Thema Toskana nicht mehr los lies. 2004 veröffentlichte GEO-Saison für Geniesser Toskana eine Reportage über seine Spurensuche in der Val d'Orcia. 2006 entwickelte Karl-Heinz Hänel das Online-Reisemagazin speziell für Italien-Liebhaber und Genießer http://www.Paradies-Italien.de , 2008 das Portal http://www.Liebhaberreisen.de und 2013 folgte der Blog http://Blog.Liebhaberreisen.de
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