Kreuzfahrt Tagebuch: mit der MS Astor um halb Europa

In 14 Tagen rund um halb Europa, Kreuzfahrt Tagebuch vom 14.9. bis 30.9. 2012

1.Etappe, der Auftakt: In der Kürze liegt die Würze, eine Schnupperkreuzfahrt zum Kennenlernen von Kiel nach Kopenhagen und zurück durch den Nord-Ostseekanal bis Bremerhaven.

Es ist Freitag, der 14.9. 2012, ca. 14.30 Uhr. Schnell noch ein paar Sachen in den Koffer gesteckt, ein letztes Inspizieren der Wohnung und dann ab in’s Auto und los geht es. Ich bin mal wieder knapp in der Zeit, – da muss ich noch ein bisschen üben, um eine entspannte Abreise hinzubekommen.

In Kiel treffe ich meinen Reisebegleiter. Wir fahren zum Norwegenterminal, wo die MS Astor schon mit Wimpeln geschmückt auf uns wartet. Im Hafenbecken gegenüber liegt die Stena Line, die Autofähre nach Göteborg. Die MS Astor wirkt richtig klein neben ihr. Graue Wolken sind am Himmel, es hat auch schon ein paar Tropfen geregnet.

die MS Astor liegt fahrbereit am Kai

die MS Astor liegt klar Schiff am Kai

Unten vor dem Terminal steht ein freundlicher junger Mann, der unser Gepäck in Empfang nimmt. Es wird in einem geräumigen Gittercontainer mit einem Kran an Bord gehievt. Wir reihen uns in die Warteschlange am Check-In ein. Dort werden wir mit einer Webcam porträtiert und erhalten den Bordpass, unser wichtigstes Dokument für die nächsten 17 Tage ausgehändigt. Dann geht es über die Gangway zum Schiff.

An Bord gibt es einen freundlichen Empfang. Eine junge Dame zeigt uns den Weg zu unserer Kabine auf dem Atlantikdeck, vor der bereits unsere Koffer auf uns warten. Wir stellen unsere Sachen hinein und gehen erst einmal das Schiff erkunden.
Die MS Astor ist wirklich nicht groß, aber trotzdem gibt es reichlich Gelegenheit sich zu verlaufen. Bis wir alle Wege kennen und uns auf den 7 Decks, in den langen Gängen und mit den 2 Treppenhäusern orientieren können, vergehen einige Tage. Hilfreich bei der Orientierung sind die markanten Bilder in den Treppenhäusern bei den Durchgängen zu den Kabinenfluren. Auf unserer Seite im hinteren Treppenhaus ist es die Freiheitsstatue vor New York, gegenüber hängt die Oper von Sydney. Das prägt sich schnell ein.

Im Überseeclub, dem großen Buffet-Restaurant, ist für die Neuankömmlinge ein Begrüßungsimbiss aufgebaut, denn die Wartezeit bis zur Abfahrt und dem Abendessen beträgt noch einige Stunden. Danach werden alle neuen Gäste das obligatorische Muss absolvieren: die Seenotrettungsübung mit dem korrekten Verhalten für den Notfall. Also holen wir die Schwimmwesten aus der Kabine und gehen entlang des farbig beleuchteten Fluchtweges zu unserer Sammelstelle. Dort üben wir, wie die Schwimmweste richtig angelegt wird und gehen danach gemeinsam zu unserem Rettungsboot. Das Schiff kann 578 Passagiere aufnehmen und hat ca. 270 Beschäftigte als Personal. Es sind insgesamt 8 Rettungsboote vorhanden, die wie orangefarbene Nussschalen seitlich des zweiten Decks (Brückendeck) hängen. Fassen sie wirklich so viele Menschen, wie hier an Bord sind? In der Tat, in jedes der Rettungsboote passen ca. 105 Menschen hinein, kaum zu glauben, es ist sogar eine Notverpflegung und Trinkwasser vorhanden. Aber wenn alle Insassen diese monströsen Schwimmwesten tragen, wird es wohl sehr eng werden. Möge dieser Fall nie eintreten …

MS Astor

die Stena Line wirkt riesig im Vergleich zur MS Astor

Um 19 Uhr legen wir ab und können noch bei grau-nassem von Regenwolken verhangenem Himmel die Ausfahrt aus der Kieler Förde beobachten. Die bunten Wimpel flattern aufgeregt im Wind und setzen farbige Akzente, das Horn tutet dreimal dröhnend seinen Abschiedsgruß an Kiel. Immerhin ist Kiel der Geburtsort dieses Schiffes. Die MS Astor wurde 1986 in Kiel auf der HDW Werft gebaut und auf den Namen Fedor Dostoevskiy getauft. 2009 wurde das seit 1996 in MS Astor umgenannte Schiff in Bremerhaven von Grund auf renoviert.

Wir haben bis Kopenhagen 170 Seemeilen vor uns, umgerechnet wären dies 315 km.

BlogTGKreuz3

Skyline von Kiel mit Rathausturm und Skandinavienkai

Das Abendessen ruft nun und wir setzen uns in den Überseeclub, in dem ein großzügiges Buffet aufgebaut ist. Es gibt vielfältige Salate und Beilagen, Gemüse, Fleisch und Fisch, Warmes und Kaltes, Süßes und Pikantes für jeden Geschmack. Es schmeckt köstlich. Angenehm ist die reiche Auswahl an edlen Ölen und Essigen, mit denen man sich die Salate selber würzen kann. Und dass es einen Samowar gibt, bei dem man sich während der Essenszeiten unbegrenzt heißes Wasser für einen wärmenden Tee zapfen kann. Das Servicepersonal ist sehr aufmerksam und freundlich, sie sind stets um das Wohl der Gäste bemüht. Heute werden wir nicht alt. Wir gehen bald in unsere Kabine.

Die zuständige Stewardess hat schon die Betten vorbereitet und als kleinen Willkommensgruß ein schokoladiges Betthupferl auf die Kopfkissen gelegt. Das Programm für den nächsten Tag und die Karten für den Landausflug liegen auf dem Tisch.

Wir packen unsere Koffer aus, leer verschwinden sie unter dem Bett. Die Schränke sind geräumig, zwei dunkelblaue Wolldecken und gelbweiß gestreifte Badelaken für die Liegen auf dem Sonnendeck sind darin, flauschige Bademäntel liegen auf dem Bett und als Reisegeschenk gibt es für jeden einen kleinen Rucksack für die Tagesausflüge. Wie praktisch! In einem der Schränke befindet sich der Safe für die sichere Aufbewahrung der Wertsachen. Die Minibar enthält gekühlte Getränke für den kleinen Durst, Mineralwasser und Gläser sind auch vorhanden. Wir richten uns in unserem neuen Domizil für die nächsten 17 Tage wohnlich ein.

Ich fühle mich in der Kabine gleich wohl. Die Farbgestaltung ist mit den mahagonifarbenen Möbeln, dem dezent dunkelblau gemustertem Teppich, den cremefarben getönten Wänden und den zart gestreiften Vorhängen angenehm schlicht. Der Raum umhüllt und gibt gleichzeitig Weite. Auf der einen Seite ist das Bett, gegenüber ist das Sofa, das nachts zum zweiten Bett aufgeklappt wird, dazwischen ist der Schreibtisch mit Blick aus dem Fenster. Handtücher und Bettwäsche sind weiß, wodurch Zimmer und Bad größer wirken. Die Beleuchtung bietet von warm gedämpft bis indirekt hell mehrere Möglichkeiten den Raum stets angenehm auszuleuchten.

Obwohl die Kabine schmal ist, habe ich selbst mit zwei Personen im Raum nicht das Gefühl von Enge. Allerdings muss ich dazu erwähnen, dass wir beide von schlanker Statur sind. Meine Begleitung schläft auf dem Sofa. Es ist etwas schmaler und auch kürzer als das Bett, hat aber eindeutig die bessere Matratze. Auch im hellen Duschbad ist auf wenigen Quadratmetern geschickt arrangiert alles vorhanden, was man für die Körperreinigung benötigt. Es gibt selbst eine kleine Wäscheleine, auf der die nassen Badesachen trocknen können.

Angenehm sind für mich als gerne Barfußläuferin die hellen Fliesen auf dem Fußboden. Einfach genial ist die Lösung mit dem Duschvorhang. Für eine Tür ist kein Platz vorhanden und ein nasser Vorhang klebt unschön am Körper. So wurde eine Vorhangtür kreiert, eine mit Längsstäben stabilisierte Stoffbahn, die mit einem Druckknopf an der Wand während des Duschens stramm gespannt werden kann. Sie sieht aus wie eine Falttür, ist einfach zu bedienen, verhält sich pflegeleicht im Feuchtraum und schützt absolut effektiv vor Spritzern. Vom Bett aus schaue ich noch einmal aus dem Kabinenfenster in die dunkle Nacht. Es bläst ein heftiger Wind und die See hat weiße Schaumkronen, die sich hell aufleuchtend vom tiefblauen Meer abheben. Trotzdem fährt die MS Astor ruhig und hält zielstrebig den Kurs.
Müde falle ich in mein Bett und schlafe bald darauf ein … Fortsetzung folgt
lesen Sie auch: Wellness auf einem Kreuzfahrtschiff

Wirklich unbezahlbare Tipps … im Buch

Weitere Informationen zu den Kreuzfahrten 2014 mit der MS Astor lesen Sie auf der Website: TransOcean.de

 

 

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Über Karl-Heinz Hänel

Ich bin freier Reise- und Bild-Journalist, redaktionell verantwortlich und erzähle gern Geschichten in Wort und Bild, die ich selbst erlebt habe, erstelle Erfahrungsberichte und betreibe hier Storytelling online. Meine Reisen publiziere ich als Fotoreportagen und Reisegeschichten, oft nach Einladung durch meine Medienpartner. Ich empfehle Hotels, Locations, Gastronomie-Betriebe, Reiseunternehmen, Reiseveranstalter, Filme, bespreche neue, ältere und sehr alte Bücher, Hörfunkbeiträge, Tourismus-Büros, Reise-Verbände und ja, ich publiziere Pressemeldungen ... profitieren auch Sie von meinen ganz persönlichen illustrierten Erfahrungen ... Nach dem Studium für Kommunikations-Design und anschließend mehrjähriger Mitarbeit bei der Kieler Rundschau, den TV-Sendern ARD und ZDF, sowie EUREKA TV, als auch bei namhaften internationalen Bildagenturen, wechselte ich als studierter Dipl.- Kommunikations-Designer und Landschafts-Fotograf im Jahr 1995 in den Reise-Journalismus, nachdem ich zunächst nach einer Standortsuche von dem mich bis heute faszinierenden Thema Toskana nicht mehr los kam. 2004 veröffentlichte "GEO-Saison für Genießer Toskana" eine Reportage über meine Spurensuche in der toskanischen Val d' Orcia, dem Tal unterhalb des heiligen Berges Monte Amiata. 2006 entwickelte ich mein Online-Reisemagazin speziell für Italien-Liebhaber und Genießer Paradies-Italien.de, 2008 folgte das überregionale Portal Liebhaberreisen.de, 2012 startete ich diesen Blog.Liebhaberreisen.de, seit 2013 blogge ich Foto-Reportagen in der HuffPost ehemals Huffington Post Deutschland Alle Angaben gemäß § 5 TMG finden Sie im Impressum
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