Am 11.11.1842 wurde das erste Pils ausgeschenkt.

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500 Jahre Reinheitsgebot, Hopfen statt Chemie ©: K.-H. Hänel

Vor 175 Jahren wurde das erste Pils ausgeschenkt.
Der Deutsche Brauer-Bund e.V. Berlin & Deutschland feiern
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Foto ©: Karl-Heinz Hänel

Die Brauerei Bosch ist ansässig im Kurort Bad Laasphe, Nordrhein-Westfalen, direkt am Flüsschen Laasphe gelegen, das am Ortsrand in die Lahn fließt.

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Foto ©: Karl-Heinz Hänel

Braumeister Dirk Höbener erklärt, woraus das Bier der Brauerei Bosch gebraut wird. Nur echter Hopfen statt billige Chemie.

Dazu führte ich im Anschluss an eine Besichtigung mit Führung durch Braumeister Dirk Höbener, ein Interview mit dem Geschäftsführer Hans-Christian Bosch von der gleichnamigen Brauerei.

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Foto ©: Karl-Heinz Hänel

Frage an H.- C. Bosch:
Was fällt Ihnen zum Reinheitsgebot ein?

H.- C. Bosch:
„Das Reinheitsgebot ist ein Garant für die Reinheit der Deutschen Biere. Würde es fallen, würden in Deutschland durch die Bierindustrie vermutlich noch billigere Biere aus Mais, Rohgerste und künstlichen Enzymen hergestellt werden. Im europäischen Ausland ist das durchaus so üblich. Der deutsche Verbraucher hätte das Nachsehen.“

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Foto ©: Karl-Heinz Hänel

Frage an H.- C. Bosch:
Seit 11 Generationen betreibt Ihre Familie die Brauerei. War es für Sie eine Selbstverständlichkeit, das Unternehmen weiter zu führen?

H.- C. Bosch:
„Ja, für mich war es eine Selbstverständlichkeit, da ich die Bierherstellung und Brauereitechnik schon im Kindergartenalter faszinierend fand. Ausserdem mag ich die Zusammenarbeit mit Menschen. So war der Weg zum Studium zum Diplom-Braumeister schon früh vorgezeichnet. Und natürlich ist es für mich eine Ehre, unser inzwischen 311 jährige Familientradition fortführen zu dürfen.“

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Foto ©: Karl-Heinz Hänel

Zwischen den Braukesseln in der Brauhalle

Frage an H.- C. Bosch:
Wie steht es mit der Nachfrage, finden Ihre Biere ausreichend Absatz, oder haben Sie eine große Konkurrenz?

H.- C. Bosch:
„Unsere Handwerksbiere erfreuen sich sogar einer steigenden Nachfrage. Immer mehr Menschen suchen eine charaktervolle und authentische Alternative zu den üblichen und gleichschmeckenden Industriebieren.“

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Foto ©: Karl-Heinz Hänel

Frage an H.- C. Bosch:
Wäre denn Wein eine Konkurrenz zu Bier?

H.- C. Bosch:
„Guter Wein und traditionell gebraute Handwerksbiere sind eine tolle Ergänzung. Beide sind hochwertige Genußmittel. Ein Liebhaber guter Weine achtet auch meist beim Bier auf Geschmack und Qualität.“

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Foto ©: Karl-Heinz Hänel

Frage an H.- C. Bosch:
Seit wann betreiben Sie das „Slowbrewing“ und was steckt dahinter?

H.- C. Bosch:
„Wir sind bereits seit 2014 begeistere Mitglieder bei Slowbrewing. Diese Bewegung lehnt jene heute üblichen, industriellen Schnellbrauverfahren ab, in denen die Biere in 10 bis 14 Tagen hergestellt werden. Stattdessen steht Slowbrewing für die traditionelle Herstellung von Bier: Der stoffliche Übergang von Würze zu Bier braucht unter natürlichen Bedingungen mehrere Wochen. So setzt man zum Beispiel bei untergärigen Bieren für die Hauptgärung eine Woche an, für die kalte Lagerung – je nach Biertyp – 4 bis 12 Wochen.
Oder einfacher gesagt: Wir wollen authentische handwerkliche Biere mit schmeckbar besserer Qualität brauen. Wo Großbrauereien ihr Geld in Werbung stecken investieren wir lieber in bessere Rohstoffe, Reifezeit und somit direkt in den Biergeschmack.“

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Foto ©: Karl-Heinz Hänel

Im Spezialitäten-Schrank lagern auch Biere diverser anderer Brauereien zu Vergleich

Frage an H.- C. Bosch:
Wodurch heben Sie sich von anderen Brauereien ab?

H.- C. Bosch:
„Das geht schon bei den Rohstoffen los. In der Regel verwenden die Industriebrauereien billigen Bitterhopfen oder sogar noch billigeren Hopfenextrakt um ihre Biere zu bittern. Wir verwenden stattdessen hochwertigen und teuren Aromahopfen aus besten deutschen Lagen um dem Bier neben der Bittere auch noch eine Fülle von Bukettstoffen zu verleihen. Dazu lassen wir unsere Biere je nach Sorte bis zu drei Monate im kalten Lagerkeller reifen.“
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Foto ©: Karl-Heinz Hänel

H.- C. Bosch:
„Die meisten Brauereien erhitzen vor der Abfüllung das Bier auf 78 °C. Dadurch sind diese Biere bis zu einem Jahr lang haltbar. Jedoch macht die Hitze viel vom Geschmack kaputt. Wir kennen das auch von der H-Milch, welche geschmacklich bei weiten nicht an den Geschmack von frischer Milch herankommt. Unsere Handwerksbiere sind bewußt nicht pasteurisiert. Dafür nehmen unsere Kunden gerne ein kürzeres Mindesthaltbarkeitsdatum in Kauf. Diese und viele weitere „Extras“ kosten uns viel Geld. Sie lohnen sich jedoch, da Qualitätsbiere einen Markt haben.“

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Foto ©: Karl-Heinz Hänel

Auch andere Biere aus aller Herren Länder haben sich hier angesammelt

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Foto ©: Karl-Heinz Hänel

Frage an H.- C. Bosch:
Haben Sie persönlich ein Lieblingsbier?

H.- C. Bosch:
„Nein. Meine jeweilige Bierwahl ist tagesformanhängig. Das kann im Sommer ein erfrischendes naturbelassenes Hefeweizen sein oder genau ein kräftiges Bockbier zu einem guten Steak. Ich bin da nicht festgelegt und liebe es zu probieren.“

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Foto ©: Karl-Heinz Hänel

Lange Lagerung bei entsprechender Temperatur sollen das Bier reifen lassen

Frage an H.- C. Bosch:
Wie darf man Ihren Slogen „Die Guten verdienen das Bessere“ verstehen?

H.- C. Bosch:
„Wir wollen deutlich machen, daß man Bier auf verschiedene Weisen brauen kann. Wir sind davon überzeugt das wir das deutlich bessere Bier im Vergleich zu unseren industriellen Wettbewerbern in der Region brauen. Und wer auf Gutes achtet ist bei uns genau richtig.“

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Foto ©: Karl-Heinz Hänel

In der Kreativbrauerei können Gästegruppen in 10 Schritten ihr eigenes Bier brauen…

Frage an H.- C. Bosch:
Wie kommen Genießer von weiterweg an Ihr Bier?

H.- C. Bosch:
„Unsere traditionellen Märkte sind Südwestfalen und Mittelhessen. Quasi dort wo wir und unsere 27 Mitarbeiter zu Hause sind. Jedoch tauchen unsere Biere inzwischen immer öfter in gutsortierten Getränkemärkten in ganz Deutschland auf. Wenn man Glück hat kann man es auch in Berlin oder auf Borkum finden. Der einfachste Weg ist jedoch die Bestellung über unseren Onlineshop. Unser Bier kommt dann per Paketdienst bequem zum Kunden nach Hause.“ www.brauerei-bosch.de

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Foto ©: Karl-Heinz Hänel

Weitere Brauereien aus Rheinland Pfalz empfehlen sich

Über und unter der Erde: Vulkan Brauerei in Mendig
153 Stufen steigt man bei der Vulkan Brauerei in Mendig hinunter in den weltweit tiefsten Keller einer Brauerei. Dort wird ein ganz spezielles Bier gelagert: Das Bourbon Barrel Doppelbock. Das Bier reift in Bourbon Fässern, die Malte Tack, Geschäftsführer der Vulkan Brauerei, direkt aus Kentucky bezieht. Die Fässer seien optimal für die Reifung und das Aroma, schwärmt Tack. 2011 hat die Familie Tack die Vulkan Brauerei übernommen, auf modernste Produktionsanlagen umgerüstet und mit vielen Ideen weiter entwickelt. Sie verfolgt den Anspruch, neben den traditionellen Bieren neue Sorten zu kreieren und mit eher unbekannten Hopfensorten zu experimentieren.
Einst waren die vielen Tunnel und hohen Säle, die der Basaltabbau unter dem Ort Mendig hinterlassen hatte, ein perfekter Ort für die Bierbrauer: Denn dort herrschen das ganze Jahr über etwa sechs bis acht Grad Celsius. Nur durch diese Kühlung konnte damals das ganze Jahr über Bier gebraut werden. 28 Brauereien nutzten die Keller, bis Carl Linde 1876 die Kühlmaschine erfand. Dies war das Aus für Mendig als Bierstadt. Einzig die Wölker Brauerei – die heutige Vulkan Brauerei – blieb bestehen. Dort haben Besucher nun die Gelegenheit, bei einer Führung nicht nur neueste Produktionsanlagen kennen zu lernen, sondern in den tiefen Kellern auch einen Eindruck von der alten Zeit zu bekommen. Informationen gibt es unter www.vulkan-brauerei.de

Traditionell: Gemünder Brauerei
Traditionell geht es bei der Gemünder Brauerei zu. Gegründet 1961, steht das Unternehmen für hochwertige Bierspezialitäten, wie das Eifeler Landbier, das Ur-Gemünder obergärig und das Steinfelder Klosterbier, das nach altem Rezept gebraut wird. Bis nach Köln und Bonn liefert die Brauerei ihr Bier an die Gastronomie und den Einzelhandel. Qualität kommt an – auch bei der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft. Sie hat die Gemünder Brauerei schon mehrfach mit Gold- und Silber-Auszeichnungen prämiert. Informationen gibt es unter www.gemuender-brauerei.de

Bitburger Brauerei setzt seit jeher auf Hopfen aus der Eifel
Großen Wert auf Qualität legt auch die Bitburger Brauerei. Seit 1817 wird dort gebraut. Bis heute ist die Brauerei in Familienhand. Sie zählt zu den bedeutendsten Privatbrauereien in Deutschland. Man setzt auf Tradition und Regionalität. Das Bier wird mit dem zertifizierten und mehrfach ausgezeichneten Bitburger Siegelhopfen aus Holsthum im Kreis Bitburg-Prüm gebraut.
In der Marken-Erlebniswelt können sich die Besucher auf einen informativen Gang durch die Geschichte der Firma begeben und die Welt des Bierbrauens mit allen Sinnen erleben. Das Wasser, mit dem das Bitburger gebraut wird, kann verkostet und am Hopfen gerochen werden. Nach der Führung geht es dann in die Genießer-Lounge zur kleinen Probe. Informationen gibt es unter www.bitburger.de

Unterstützt wurde die Recherche durch durch das Team von gastlandschaften.de und daslahntal.de, sowie die Brauerei Bosch, vielen Dank.

Erfahrungsbericht, Text und Foto: Karl-Heinz Hänel Blog.Liebhaberreisen.de

Historischer Bierkeller Faust Miltenberg © Copyright by PANORAMO #24730124

Historischer Bierkeller Faust Miltenberg © Copyright by PANORAMO #24730124

Brauchen Sie Fotos mit Bierfässern zur Illustration, hier bitte

Alle meine Fotoreportagen in der deutschen Huffington Post online

Über Karl-Heinz Hänel

Ich bin freier Reise- und Bild-Journalist, redaktionell verantwortlich und erzähle gern Geschichten in Wort und Bild, die ich selbst erlebt habe, erstelle Erfahrungsberichte und betreibe hier Storytelling online. Meine Reisen publiziere ich als Fotoreportagen und Reisegeschichten, oft nach Einladung durch meine Medienpartner. Ich empfehle Hotels, Locations, Gastronomie-Betriebe, Reiseunternehmen, Reiseveranstalter, Filme, bespreche neue, ältere und sehr alte Bücher, Hörfunkbeiträge, Tourismus-Büros, Reise-Verbände und ja, ich publiziere Pressemeldungen ... profitieren auch Sie von meinen ganz persönlichen illustrierten Erfahrungen ... Nach dem Studium für Kommunikations-Design und anschließend mehrjähriger Mitarbeit bei der Kieler Rundschau, den TV-Sendern ARD und ZDF, sowie EUREKA TV, als auch bei namhaften internationalen Bildagenturen, wechselte ich als studierter Dipl.- Kommunikations-Designer und Landschafts-Fotograf im Jahr 1995 in den Reise-Journalismus, nachdem ich zunächst nach einer Standortsuche von dem mich bis heute faszinierenden Thema Toskana nicht mehr los kam. 2004 veröffentlichte "GEO-Saison für Genießer Toskana" eine Reportage über meine Spurensuche in der toskanischen Val d' Orcia, dem Tal unterhalb des heiligen Berges Monte Amiata. 2006 entwickelte ich mein Online-Reisemagazin speziell für Italien-Liebhaber und Genießer Paradies-Italien.de, 2008 folgte das überregionale Portal Liebhaberreisen.de, 2012 startete ich diesen Blog.Liebhaberreisen.de, seit 2013 blogge ich Foto-Reportagen in der HuffPost ehemals Huffington Post Deutschland Alle Angaben gemäß § 5 TMG finden Sie im Impressum
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