Schleswig-Holstein: Urlaub unter Palmen… nein, Windrädern!

Windkraft-Wahn in Schleswig-Holstein © Copyright by PANORAMO

Landschaft ade, Windkraft-Wahn in Schleswig-Holstein © Copyright by Karl-Heinz Hänel

die Windbranche ist zufrieden, der Verbraucher zahlt…
hier der Link zu einem sehr lesenswerten Artikel in der SZ (Süddeutsche Zeitung), Zahlen und Fakten, nüchtern und ausgewogen: sueddeutsche.de… und hier die „Stimme der Windkraftlobby“ aus der heutigen Landeszeitung: shz.de

Erläuterung zur Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

die Denker & Wulf AG führt in ihrem Konzernabschluss für das Jahr 2015 unter dem Punkt „Erläuterung zur Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung“ unter anderen folgende Positionen auf:
Stromerlöse:                                             13,9 Millionen Euro
Ertragsausfall Windkraftanlagen:        12,3 Millionen Euro

kürzlich hat die Bundesnetzagentur das aktualisierte Anlagenregister zum 31.12.16 bereit gestellt. Es gibt bereits einen Eindruck über den Genehmigungswahn zum Jahresende. Allerdings sind die Daten für 2016 bei weitem noch nicht komplett, da die Betreiber ihre zum Jahresende genehmigten Anlagen erst bis Ende Januar 17 gemeldet haben müssen. So wird es erst Ende Februar einen kompletten Überblick zu allen erteilten Ausnahme-genehmigungen geben, das LLUR mauert ja immer noch.
Die komplette Datei für Deutschland gibt es unter: bundesanzeiger.de

In der dortigen Excel-Datei kann nach Bundesländern, Erzeugungsart, Meldegrund etc. gefiltert werden. Bereits die noch nicht kompletten Daten lassen gruseln. So wurden in Deutschland 2016 mindestens 1751 WKA mit 5,3 GW Leistung genehmigt, davon ein großer Teil noch im Dezember (2,2 GW)! In SH sind wir mit 145 Anlagen und 441 MW dabei (es werden noch mehr, viele zum Jahresende genehmigte Anlagen fehlen noch). Die merkwürdige Veröffentlichungspraxis des LLUR müsste dringend mal hinterfragt werden. Mir sind hier in OH Anlagen bekannt, die am 30.12. genehmigt wurden, aber auch 5 Wochen später noch nicht veröffentlicht sind. Die Betreiber konnten sich die Genehmigungen im LLUR zum 30.12. abholen, die Öffentlichkeit erfährt davon nichts. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass diese Genehmigungen noch gar nicht alle komplett waren, aber dennoch schon ausgestellt wurden, um noch die EEG-Gelder abzugreifen. Den Zeitvorsprung können die Betreiber nutzen, um vollendete Tatsachen zu schaffen und mögliche Klagen ins Leere laufen zu lassen.

Wir Bürger zahlen also doppelt: zum Ersten als Stromkunden und zum Zweiten fast noch einmal den gleichen Betrag als Steuerzahler, denn die im EEG (Erneuerbare-Energien-Gesetz) festgeschriebenen Ausfallvergütungen werden aus Steuergeldern finanziert.
Nur zur Erinnerung: Ausfälle entstehen immer dann, wenn die Netze überlastet sind und der Strom nicht eingespeist werden kann. Entweder stehen die Windräder dann still, oder die Energie wird an die Nachbarn verschenkt. Im schlimmsten – und keineswegs seltenen (!) – Fall wird der Strom an Indutrieunternehmen abgegeben, die ihn nicht etwa bezahlen, sondern ihrerseits für die Abnahme auch noch Gelder erhalten – Steuergelder.
Die Denker & Wulf AG ist nur eines von vielen Beispielen. Seit 1.1.2017 gelten dank der EEG-Erneuerung zwar modifizierte Regelungen, aber wer bis zum 31.12.2016 eine Genehmigung erhielt und innerhalb der nächsten zwei Jahre ans Netz geht, kommt für weitere zwanzig Jahre in den Genuss der fürstlichen Vergütung – und zwar auf unsere Kosten. Gleiches gilt natürlich für bereits bestehende oder just repowerte Windkraftanlagen bis zum Ende der vertraglich festgelegten Laufzeit.
Und nicht zuletzt: Um sich die dem alten EEG nach garantierten Erträge zu sichern, sind zum Ende des letzten Jahres eine Fülle von Genehmigunsganträgen bei der entsprechenden Behörde, dem LLUR (Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und Ländliche Räume) eingegangen – und wurden auf die Schnelle in sogenannten vereinfachten Verfahren unter Ausschluss der Öffentlichkeit erteilt.
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Chronik

Oliver Kumbartzky FDP zum Thema Windenergie
für vorletzten Samstag lud das Bürgerinitiativen Netzwerk Dithmarschen …  zu folgender Veranstaltung ein: Tag der offenen Tür – BUND-SH – in 25767 Albersdorf, Dithmarsenpark.

Link-Liste
Leitantrag BUND SH zur Energiewende: www.bund-sh.de/info_service/downloads/
Beteiligungsleitfaden Windenergie des BUND Baden-Württemberg:
www.bund-bawue.de/themen-projekte/klima-und-energie/dialogforum-erneuerbare-
energien-und-naturschutz/material-dialogforum/
Windseite Land-SH: www.schleswig-holstein.de/DE/Themen/W/windenergie.html
Fachagentur Windenergie: www.fachagentur-windenergie.de

In Alberdsdorf wurden diverse Film- und Bildvorführungen vorgeführt (gr. Leinwand mit Beschallung und Bestuhlung), eine „Windkraftanlage“ mit Geräuschsimulator und verschiedene Thementische: Schall und Gesundheit – Immobilien – EEG, Strom und Kosten – Avifauna (sämtliche Vogelarten der Region) – die beiden Volksinitiativen zu Abständen und Mitbestimmung. Anwesend waren neben den Vertretern verschiedener Bürgerinitiativen die Gegenwind-Vorsitzende Susanne Kirchhof und Norbert Pralow vom BUND sowie zeitweilig Patrick Breyer von den Piraten und als Gast Oliver Kumbartzky von der FDP.

Der Minister der Landesregierung Oliver Kumbartzky antwortete bereits auf eine Anfrage an den Fraktionsvorsitzenden Wolfgang Kubicki vie email:

Vielen Dank für Ihr eMail an den Fraktionsvorsitzenden Wolfgang Kubicki

Herr Kubicki hat mir Ihre Mail an ihn weitergeleitet mit der Bitte, Ihnen beste Grüße auszurichten und als energiepolitischer Sprecher der FDP-Landtagsfraktion zu antworten.

Anbei erhalten Sie den Entwurf für unser Landtagswahlprogramm.

Die Diskussion und endgültige Abstimmung darüber erfolgt am 25. Februar 2017 auf unserem Landesparteitag in Kiel.

Zusammenfassend lässt sich unsere Position zur Windenergie so darstellen:
Angesichts der Tatsache, dass in Schleswig-Holstein im Jahr 2016 Wegwerfstrom im Wert von über 300 Millionen Euro produziert wurde, muss endlich ernsthaft über die Sinnhaftigkeit von planwirtschaftlichen Ausbauzielen nachgedacht werden. Aus unserer Sicht ist ein Ausbau der Windkraft an Land zwar unerlässlich, die von der Landesregierung geplante Ausweisung von zwei Prozent der Landesfläche bedeutet aber einen intensiven Ausbau ins Blaue hinein, der jedenfalls weder rechtlich noch sachlich zwingend notwendig ist. Statt einer Energiewende mit der Brechstange und an den Bürgerinnen und Bürgern vorbei, setzen wir uns für eine Windenergiepolitik ein, die sich an den vorhandenen Netzkapazitäten orientiert, auf Bestandsflächen Repowering erlaubt, und so eine längst überfällige Flurbereinigung ermöglicht, und die Potenziale von Windkraftanlagen offshore stärker berücksichtigt. Zudem sollten grundsätzlich auch größere Abstände von bis zu 7 x H gelten. Ferner fordern wir, mögliche gesundheitliche Auswirkungen durch Immissionen von Windkraftanlagen besser zu erforschen und Anpassungsbedarfe bei den Untersuchungsmethoden und der Messtechnik zu beheben. Mit diesen Forderungen würden wir auch in mögliche Koalitionsverhandlungen gehen.

 Freundliche Grüße

Oliver Kumbartzky, MdL
Sprecher für Energie-, Tourismus-, Agrar- und Umweltpolitik
der FDP-Fraktion im Schleswig-Holsteinischen Landtag
Tel.: 0431 – 988 1658
Fax: 0431 – 988 1495
Mail: oliver.kumbartzky@fdp.ltsh.de

Postanschrift:
Schleswig-Holsteinischer Landtag
FDP-Landtagsfraktion
Landeshaus
Postfach 7121
24171 Kiel

Besucheradresse:
Düsternbrooker Weg 70
24105 Kiel
II. OG, Zi. 211

Für Windkraftanlagen in Schleswig-Holstein findet man unter: https://bolapla-sh.de/ die ausgewiesenen Vorrangflächen.

Bürger wehren sich: bolapla-sh.de

Die Landesregierung dazu: Schleswig-Holstein plant. Reden Sie mit! gegenwind-sh.de

Das Landesplanungsgesetz gibt Ihnen das Recht, sich an laufenden raumordnerischen Verfahren zu beteiligen. Auf BOB-SH Landesplanung können Sie dieses Recht bequem online wahrnehmen. Auch vor Ort bei Ihrer Verwaltung oder auf dem Postweg können Sie eine Stellungnahme einreichen: https://bolapla-sh.de/

Ein halbes Jahr lang sind wir jetzt alle aufgerufen, Stellung zu beziehen und unsere Einwendungen geltend zu machen. Die Landesregierung hat dafür ein Online-Portal eingerichtet. Jeder Bürger kann – und sollte – dort seine Meinung kundtun, seinen Protest anmelden. Darüberhinaus gibt es die Möglichkeit, sich registrieren zu lassen um bestimmte Zusatzfunktionen zu nutzen.
Wir sollten uns allerdings nicht auf Online-Stellungnahmen beschränken. Wir sollten zusätzlich Briefe und Postkarten schreiben, Fotos schicken, Zeichnungen, was auch immer, um unseren Protest zu bekunden. Je mehr Bürgerpost die Verwaltung zu bewältigen hat, desto länger wird es dauern, bis ein endgültiger Regionalplan verabschiedet werden kann. Die Zeit arbeitet für uns. Ein großer Teil der Bevölkerung ist auf unserer Seite, wie wir gerade am letzten Samstag an zahlreichen Infoständen zu den beiden Volksinitiativen feststellen konnten. Aber wir alle wissen: die politischen Mühlen malen langsam. Eine Trendwende wird Jahre brauchen.
Jeder von Euch sollte natürlich seine ureigenen Bedenken formulieren und einfach aufschreiben, was ihn stört, was ihn wütend macht und wovor er Angst hat, aber hier mal ein paar Anregungen:
– Naturschutz, Sichtung bedrohter Vogelarten, womöglich dokumentiert (z.B. Seeadler, Milan, Schwarzstorch, Zwergschwan, Bussard), aber auch persönliche Beobachtungen und Betroffenheiten, z.B.: … bei mir hat jedes Jahr xy genistet, aber seit die Osterstedter Winderäder stehen … Oder: ich fürchte, wenn hier noch mehr Windräder hinkommen … etc.
– Einige von Euch besitzen Land innerhalb der Vorrangflächen, das sie nicht zur Verfügung stellen werden, auch nicht für Transportwege, Stromleitungen etc., das solltet Ihr unbedingt schreiben, möglichst mit Flurstück-Kennzeichnung.
– Infraschall – eine schleichende Gefahr, die man nicht hören, sehen oder schmecken kann, die Ängste weckt, vor allem vor gesundheitlichen Schäden, Ohrensausen, Schwindel, Blutdruck, Schlafstörungen mit entsprechenden psychischen Folgen etc. (siehe auch Volksinitiative Abstände)
– Lärmbelästigung, Erfahrungen mit den Osterstedter Analgen oder „nur“ die allgemeine Furcht davor, auch hier vor gesundheitlichen Folgen. Gleiches gilt für die Dauereinwirkung der roten Blinklichter. 
Windkraft-Wahn in Schleswig-Holstein © Copyright by gegenwind-sh.de

Windkraft-Wahn in Schleswig-Holstein © Copyright by gegenwind-sh.de

– Verschandelung der Landschaft im „Land der weiten Horizonte“ und optische Bedrängung am Wohnort

– Wertverlust der Immobilien
– Zorn über Entmündigung der Bürger, die seit dem Schleswiger Verwaltungsgerichtsurteil vom Sommer 2015 keinerlei Mitspracherecht haben, Aushebelung der Demokratie etc. (siehe auch Volksinitiative Mitbestimmung)
– Empörung über die immensen Kosten, die förderbedingte Einspeisevergütungen trotz EEG-Novelle verursachen, und die der Stromkunde, sprich der Bürger, zahlen muss.
… und, und, und …
Die schriftlichen Beschwerden könnt Ihr an:
die „Sehr geehrten Damen und Herrn“ oder an „Herrn Norbert Schlick“ richten, in jedem Fall an folgende Adresse:
Der Ministerpräsident − Staatskanzlei
Referat StK 33
Düsternbrooker Weg 104
24105 Kiel
Einzelheiten zur Online-Beteiligung:
1.Registrieren
URL zum Aufruf der Seite in den Internet Browser eingeben: https://bolapla-sh.de/

Über Karl-Heinz Hänel

Ich bin freier Reise- und Bild-Journalist, redaktionell verantwortlich und erzähle gern Geschichten in Wort und Bild, die ich selbst erlebt habe, erstelle Erfahrungsberichte und betreibe hier Storytelling online. Meine Reisen publiziere ich als Fotoreportagen und Reisegeschichten, oft nach Einladung durch meine Medienpartner. Ich empfehle Hotels, Locations, Gastronomie-Betriebe, Reiseunternehmen, Reiseveranstalter, Filme, bespreche neue, ältere und sehr alte Bücher, Hörfunkbeiträge, Tourismus-Büros, Reise-Verbände und ja, ich publiziere Pressemeldungen ... profitieren auch Sie von meinen ganz persönlichen illustrierten Erfahrungen ... Nach dem Studium für Kommunikations-Design und anschließend mehrjähriger Mitarbeit bei der Kieler Rundschau, den TV-Sendern ARD und ZDF, sowie EUREKA TV, als auch bei namhaften internationalen Bildagenturen, wechselte ich als studierter Dipl.- Kommunikations-Designer und Landschafts-Fotograf im Jahr 1995 in den Reise-Journalismus, nachdem ich zunächst nach einer Standortsuche von dem mich bis heute faszinierenden Thema Toskana nicht mehr los kam. 2004 veröffentlichte "GEO-Saison für Genießer Toskana" eine Reportage über meine Spurensuche in der toskanischen Val d' Orcia, dem Tal unterhalb des heiligen Berges Monte Amiata. 2006 entwickelte ich mein Online-Reisemagazin speziell für Italien-Liebhaber und Genießer Paradies-Italien.de, 2008 folgte das überregionale Portal Liebhaberreisen.de, 2012 startete ich diesen Blog.Liebhaberreisen.de, seit 2013 blogge ich Foto-Reportagen in der HuffPost ehemals Huffington Post Deutschland Alle Angaben gemäß § 5 TMG finden Sie im Impressum
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