DuMont zählt zur alten Garde der Print-Reiseführer

DuMont Reiseführer 2017 © Copyright DuMont

die neuen DuMont Reiseführer 2017 sind da… © Copyright DuMont

Gleich 38 Städteführer sind von DuMont Direkt brandneu auf dem Markt  im Vergleich zu früheren DuMont-Serien optisch und inhaltlich trendy überarbeitet. Dahinter mag der stille Wunsch des Verlages stecken, der jungen Zielgruppe eine Alternative zum iphone zu bieten. Ob das beim Preis von € 11,99 gelingt? Sehr gut sind Stadtpläne, Übersichtskarten und ggf. Metro-Linienpläne. Aber viele Fotos sind deutlich kleiner, als das Display eines iphones, also zu klein mit viel weiß drum rum, sind Schnickschnack oder haben keinen Bezugstext, habe jedenfalls ich vermisst, da war wohl jemand in sein Design verliebt, statt den Lesererwartungen gerecht zu werden. Inhaltlich eine kurzweilige Lektüre, aber meiner Meinung nach wenig hilfreich.

Beispiel Berlin: der DUMONT DIREKT Berlin. Auf Seite 5, 104 und Seite 108 wird die Straßenbahnlinie M 10 angepriesen. Weder die Stadtpläne, noch die 120 Seiten des Reiseführers verrieten mir, wo die Route der M 10 verläuft, oder wo man die Bahn zu Gesicht bekommt. Hab ich’s etwa übersehen?

Beispiel Wien: der DUMONT DIREKT Wien. Für den Guide fühle ich mich noch nicht alt genug, obwohl ich zur Zielgruppe 50+ gehöre. Die Bilder alle zusammen kaum ansprechend und untypisch für die High Lights der Stadt. Die Texte von langweilig bis oberflächlich. Die persönlichen Neigungen der Autorin scheinen Vorrag gehabt zu haben. So liest man über die Fiaker vor dem Stephansdom:“auf diese könne man den Pferden zuliebe verzichten.“ Das war’s. Hingegen braucht man sich um das Wohl der Pferde der spanischen Hofreitschule scheinbar keine Sorgen zu machen, Zitat:“denen tut’s nicht weh, wenn es die erforderliche Musik hat“!? Ja, geht’s denn noch? Ich persönlich habe Hinweise zu wirklich relevanten Sehenswürdigkeiten vermißt, z.B. einen Hinweis zum Sisi-Museum, das ist lediglich auf dem Stadtplan markiert.

So geht Wien ( aus meiner touristischen Sicht ): Fotos zu Wien

Aber egal, um welche Stadt es geht, der Guide hat immer 120 Seiten. Immer auf Seite 111 sind ein paar Webadressen zu finden. Was sollen die kleinen krakeligen Skizzen statt Fotos? Überflüssig finde ich persönlich die letzte Seite, auf der der Leser gesiezt wird: „Kennen Sie die ( 9 von soundso vielen Einwohnern) und 9 Porträts die Seite füllen, wo die Berühmtheiten im Reiseführer auftauchen, ist ein Suchspiel und die Namen geben mehr Rätsel auf, als hilfreiche Infos. Aber das ist nur meine Meinung, mehr auf der Website

Was mich also wirklich überzeugte, waren die Faltpläne, nicht zuletzt mit 15 gemarkten High Lights.

Mein Fazit: eher eine Kurzweillektüre als eine wirklich gute Orientierungshilfe…
Rechtlicher Hinweis: Ich gebe hier lediglich meine subjektive ganz persönliche Meinung wieder, Irrtümer sind möglich.

Doch wenn schon Print, dann lohnt sicher der Vergleich mit anderen Anbietern, was nicht so ganz einfach ist.
Denn fast alle anderen am Markt gehören zur MAIRDUMONT GmbH & Co. KG: ADAC Kartografie | Baedeker | DuMont Reiseverlag | Falk | KOMPASS Lonely Planet | MARCO POLO | STEFAN LOOSE Travel
auch die Unternehmen der Mediengruppe MAIRDUMONT: BGP MAIRDUMONT MEDIA LTD. | DuMont Reiseverlag GmbH & Co. KG | Escapio GmbH | Falk Verlag GmbH Hallwag Kümmerly + Frey AG | hubermedia | Karl Baedeker Verlag GmbH | Kompass Karten GmbH MAIRDUMONT VENTURES GmbH | Marco Polo s.r.o. | Marco Polo Travel Publishing Ltd. |TripsByTips GmbH Varta Führer GmbH | YOUPublish GmbH

Wenn vorhanden, lohnt ein Vergleich mit einem Städteführer MM-City aus dem Michael Müller Verlag allemal. Für € 3,91 mehr bekommt man zusätzliche 214 Seiten Input.

Aus dem MM City Berlin: Zu den Straßenbahnen mit der Kennung M (  Metro-Trams, u.a. die populäre M 10) erfährt man immerhin, dass sie im Osten der City fahren, und zwar die Metro-Trams rund um die Uhr. Leider existieren weder in den Karten, noch in der Zeichenerklärung die Strecken, bzw. Haltestellen der Trams und Straßenbahnen.
13 Touren zu Fuß durch die Stadt werden in Übersichtskarten dargestellt, sodaß man eine geographische Ahnung bekommt, wo jeweils der beschriebene Rundweg lang geht.

Sehr gut: die Fotos sind nachvollziehbar betrextet, die MMTravel-App ist gratis.

Die vorliegende 4. Auflage ist zwar von 2017, doch speziell zu den Gastronomie-Tipps sollte man keine allzu großen Erwartungen in Bezug zur Aktualität haben. Z.B. ist das erste im Reiseführer und nochmals unter „Große Namen“ auftauchende Restaurant (Sterneküche) Namens VAU schon seit Oktober 2016 geschlossen. Infos

Lesen Sie auch aus meinem Blog, was MM’s von anderen Reiseführern unterscheidet, hier

Über Karl-Heinz Hänel

Ich bin freier Reise- und Bild-Journalist, ein PR-Multiplikator, unterhalte meine Leser mit Product Placement und erzähle Geschichten in Wort und Bild, die ich selbst erlebt habe. Dafür bin ich redaktionell verantwortlich. Alle Angaben gemäß § 5 TMG finden Sie im Impressum und in meiner Vita
Dieser Beitrag wurde unter x Bücher Tipps abgelegt und mit , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.