Armbanduhren sind wieder im Trend…

Uhrmachermeister Armin Mantei © Copyright by Karl-Heinz Hänel

Unikat vom Uhrmachermeister Armin Mantei © Copyright Karl-Heinz Hänel

… iPhone als Uhr ist wieder out, ein Chronograph am Arm ist cool!

Uhrmachermeister Armin Mantei © Copyright by Karl-Heinz Hänel

Uhrmachermeister Armin Mantei © Copyright by Karl-Heinz Hänel

In der Feldschmiede mitten in Itzehoe finden und fragen wir Armin Mantei, einen echten Uhrmacher, einzig in der Stadt, wie er heutzutage nur noch selten anzutreffen ist.

KHH:
„Hatte er wegen der Zeitumstellung viel zu tun?“

Armin Mantei:
„Nicht wirklich, die meisten Uhren sind Quarz- bzw. Funkuhren, die bekommen das alleine hin. Nur wenn die Batterie zu schwach ist, um das Signal zur Umstellung zu empfangen, kommt deswegen schonmal Kundschaft in den Laden.“

Uhrmachermeister Armin Mantei © Copyright by Karl-Heinz Hänel

Uhrmachermeister Armin Mantei © Copyright by Karl-Heinz Hänel

Viele Uhren in der Uhrmacherei von Armin Mantei sind mechanische Meisterwerke aus seiner Hand und lächeln die Kunden in der optisch freundlichen 9 nach 10 Stellung der Zeiger an. Wenn eine mechanische Uhr nicht läuft, also nicht aufgezogen wird, schont sie dies am meisten. Denn eine mechanische Uhr, die viel läuft, muss irgendwann einmal in die Revision, d.h. das Uhrwerk muss zerlegt, gereinigt, geölt und zusammen gebaut werden.

Uhrmachermeister Armin Mantei © Copyright by Karl-Heinz Hänel

Arbeitsplatz von Uhrmachermeister Armin Mantei © Copyright Karl-H. Hänel

Juwelier Mantei – Kreative Uhrmacherei, so präsentiert Armin Mantei sich auch auf seiner Website. Denn Armin Mantei lebt auch vom Online-Handel, von der Laufkundschaft alleine könnte er den Laden wohl bald nicht mehr erhalten, geschweige denn davon leben.

Zwar in einem ehemaligen Juweliergeschäft ansässig, entwickelt sich das Geschäft tatsächlich rund um die Uhr via Internet, Stück für Stück.

Uhrmachermeister Armin Mantei © Copyright by Karl-Heinz Hänel

Uhrmachermeister Armin Mantei © Copyright by Karl-Heinz Hänel

Armin Mantei:
„ Wir produzieren individuelle Uhren, die jeweils nur einmal hergestellt werden. Die Ziffernblätter, die Zeiger, die Gravuren, die Farben, alles ist und bleibt einmalig.“

KHH:
„Wie hat das alles denn mal angefangen?“

Armin Mantei:
„Meine Lehre ging 1977 los, vor 40 Jahren also, danach war ich Uhrmacher in Stralsund, zu DDR-Zeiten, hatte viel Arbeit von morgens bis abends, Uhren reparieren, weiter nichts.

Es gab sehr viele und sogar sehr gute russische Armbanduhren. Nach der Wende ging ich nach Baden Württemberg, hab dort in der Matthias Naeschke Spiel- u.Flötenuhren GmbH von 1990 bis 1998 Flötenuhren und Pendeluhren gebaut, also nur noch sehr große Uhren.

Während der Arbeit dort fragten viele Kunden, was ein Uhrmacher denn so für eine Uhr tragen würde, ne Rolex?

Uhrmachermeister Armin Mantei © Copyright by Karl-Heinz Hänel

Unikat von Uhrmachermeister Armin Mantei © Copyright Karl-Heinz Hänel

Nö, aber das brachte mich auf die Idee, mir meine eigene Armbanduhr zu bauen. Das war die Geburt einer neuen Idee. Dort bei Matthias Naeschke machte ich dann auch meinen Uhrmachermeister. Für mein Meisterstück brauchte ich gute 500 Arbeitsstunden.“

KHH:
„Wie führte Sie denn dann der Weg ausgerechnet nach Itzehoe?“

Armin Mantei:
„Der frühere Uhrmacher musste 1999 in den Ruhestand gehen und suchte einen Nachfolger. So habe ich die Geschäfte dann übernommen und alles lief gut. Doch dann kam der 11. September 2001. Von da an gingen die Umsätze von Jahr zu Jahr weiter zurück. Und dann kam das Internet. Die Leute kauften immer mehr nur noch im Internet.

Uhrmachermeister Armin Mantei © Copyright by Karl-Heinz Hänel

Uhrmachermeister Armin Mantei © Copyright by Karl-Heinz Hänel

Zu dieser Zeit hatte ich mich auf Reparaturen spezialisiert, viel Werbung gemacht und alles repariert, was mir vorgelegt wurde. Diese mühselige Arbeit wollte keiner mehr machen.

Uhrmachermeister Armin Mantei © Copyright by Karl-Heinz Hänel

Halbzeit während einer Revision © Copyright by Karl-Heinz Hänel

Heute macht der Verkauf gerade noch so um die 15% und 85% sind Uhrenreparaturen. Wir haben dann vor drei Jahren deutschlandweit Juweliere angeschrieben, Preislisten verschickt und inzwischen stehen die reparaturbedürftigen Uhren schlange.“

„Gleichzeitig machten wir im Internet auf unsere Uhrenunikate aufmerksam, Dank meiner Leidenschaft für diesen Beruf war ich schon früh in die Uhrmacherinnung eingetreten, eine Grundvoraussetzung, um Uhren bauen und verkaufen zu dürfen. Die Zertifizierung ist für den Kunden der nachvollziehbare Beweis, dass hier Qualität abgeliefert wird.“

KHH:
„Was sollten die Leser noch über Uhren und speziell über Ihre Arbeit erfahren?“

Uhrmachermeister Armin Mantei © Copyright by Karl-Heinz Hänel

Der KnowHow Background von Armin Mantei © Copyright Karl-Heinz Hänel

Armin Mantei:
„Brandneu ist die mir erteilte Omega-Zertifizierung, jetzt darf ich auch Omega-Uhren in meiner Werkstatt warten und reparieren. Vorher durfte ich bei dieser Marke nicht einmal eine Batterie wechseln.

Allein vom Verkauf von Uhren und Schmuck könnten wir in der heutigen Zeit nicht mehr leben, aber wir bleiben trotzdem auch immer noch ein Juweliergeschäft, auch wegen der hohen, durch die Innung vorgegebenen Investitionen in modernste Sicherheitseinrichtung, Panzerglas, Alarmanlage, Vidioüberwachung und Tresor, damit der Kunden liebste Stücke in sicheren Händen sind.

Dann machen wir ca. 30% Uhrenreparaturen für andere Juweliere deutschlandweit und bisher lediglich ca. 5% Reparaturen und Anfertigungen für Kunden aus dem Internet.
Aber diese werden wohl bald mehr werden, seit wir auf unserer Website interessante Einblicke in unsere Arbeit und über unsere Unikate präsentieren.

Wir leben noch nicht nur von Internetkunden, sondern mit ca. 15% vom Verkauf von Artikeln in unserem Geschäft, dazu haben wir ca. 50% Uhrenreparaturen durch Kunden, die im Laden in der Feldschmiede vorbei schauen.

Wir halten Sie gern bei Facebook auf dem laufenden: juwelier-mantei.de

Für eBay- und andere Online-Käufer haben wir den Tipp, bei mechanischen Markenuhren, die dort günstig zu ersteigern sind, die Folgekosten für eine möglicherweise erforderliche Revision einzukalkulieren. Denn die Revision einer mechanischen Uhr muss alle 4 bis 5 Jahre erfolgen und kann je nach Marke und Uhr sogar einige Hundert Euro kosten.

Uhrmachermeister Armin Mantei © Copyright by Armin Mantei

eine Rolex in der Revision © Copyright by Armin Mantei

Für eine gute Handarbeit braucht es nun mal Zeit und so sind wir froh, das unsere Tochter auch als Uhrmacherin in unserem Geschäft arbeitet, nachdem sie Ihre Uhrmacherlehre als Landessiegerin von Schleswig-Holstein bestanden hat.“ So Armin Mantei

Uhrmachermeister Armin Mantei © Copyright by Karl-Heinz Hänel

Werke des Uhrmachermeister Armin Mantei © Copyright by Karl-Heinz Hänel

Armin Mantei fertigt individuelle Uhren, verbaut Schweizer ETA Valjoux Chronometer-Uhrwerke, der Kunde kann ins Ziffernblatt seine Wünsche eingraviert bekommen und zwischen verschiedenen Zeigern, Zifferblättern, Sternen- (Sirius, Wega, Polarstern etc.) sowie Planeten-Uhren (Merkur, Mars, Jupiter, etc.) wählen.

Uhrmachermeister Armin Mantei © Copyright by Karl-Heinz Hänel

Unikat des Uhrmachermeister Armin Mantei © Copyright Karl-Heinz Hänel

Vor Nachahmern hat Armin Mantei keine Angst, ganz im Gegenteil, das würde die Zunft am Leben erhalten. Denn reich macht das nicht, es kostet dafür sehr viel Zeit…

Uhrmachermeister Armin Mantei © Copyright by Karl-Heinz Hänel

Uhrmachermeister Armin Mantei © Copyright by Karl-Heinz Hänel

Schauen Sie selbst: juwelier-mantei.de

Mein Lieblingsroman zum Thema: Grand Tour oder die Nacht der Großen Complication von Steffen Kopetzky. Ein Muß für Uhren-Liebhaber, bei AMAZON gebraucht ab € 4,00.

Grande Complication ist die französische Bezeichnung für ein komplexes mechanisches Werk einer Armband- oder Taschenuhr, das neben dem normalen Gehwerk (mit Stunde, Minute und Sekunde) noch Kadraturen mit mehreren weiteren Funktionen (Komplikationen, franz. Complication) aufweist. Quelle Wikipedia

Über Karl-Heinz Hänel

Ich bin freier Reise- und Bild-Journalist, redaktionell verantwortlich und erzähle gern Geschichten in Wort und Bild, die ich selbst erlebt habe, erstelle Erfahrungsberichte und betreibe hier Storytelling online. Meine Reisen publiziere ich als Fotoreportagen und Reisegeschichten, oft nach Einladung durch meine Medienpartner. Ich empfehle Hotels, Locations, Gastronomie-Betriebe, Reiseunternehmen, Reiseveranstalter, Filme, bespreche neue, ältere und sehr alte Bücher, Hörfunkbeiträge, Tourismus-Büros, Reise-Verbände und ja, ich publiziere Pressemeldungen ... profitieren auch Sie von meinen ganz persönlichen illustrierten Erfahrungen ... Nach dem Studium für Kommunikations-Design und anschließend mehrjähriger Mitarbeit bei der Kieler Rundschau, den TV-Sendern ARD und ZDF, sowie EUREKA TV, als auch bei namhaften internationalen Bildagenturen, wechselte ich als studierter Dipl.- Kommunikations-Designer und Landschafts-Fotograf im Jahr 1995 in den Reise-Journalismus, nachdem ich zunächst nach einer Standortsuche von dem mich bis heute faszinierenden Thema Toskana nicht mehr los kam. 2004 veröffentlichte "GEO-Saison für Genießer Toskana" eine Reportage über meine Spurensuche in der toskanischen Val d' Orcia, dem Tal unterhalb des heiligen Berges Monte Amiata. 2006 entwickelte ich mein Online-Reisemagazin speziell für Italien-Liebhaber und Genießer Paradies-Italien.de, 2008 folgte das überregionale Portal Liebhaberreisen.de, 2012 startete ich diesen Blog.Liebhaberreisen.de, seit 2013 blogge ich Foto-Reportagen in der HuffPost ehemals Huffington Post Deutschland Alle Angaben gemäß § 5 TMG finden Sie im Impressum
Dieser Beitrag wurde unter - Menschen, People, Typen abgelegt und mit , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.