Quer durch Sachsen-Anhalt auf der Romanischen Route

Stifterinfigur Uta im Naumburger Dom 2018 © Copyright Karl-Heinz Hänel

Stifterifigur Uta im Naumburger Dom 2018 © Copyright Karl-Heinz Hänel

Von Klöstern, Domen und der schönsten Frau des Mittelalters…

25 Jahre Straße der Romanik & Weinstraße Saale-Unstrut

Der Start war schwierig. Zahlreiche der 88 historischen Gebäude aus dem Hochmittealter an der romanischen Route waren in einem katastrophalen Zustand wie etwa das Schloss Goseck ( 9. Jahrhundert), das zu DDR-Zeiten als Kornspeicher und Jugendherberge genutzt wurde. Randalierer plünderten die Schlosskirche.

Klosterruine Memleben

Die Ländereien von Memleben wurden 1945 volkseigener Betrieb, im Kloster lagerten Kartoffeln. Ist heute alles Geschichte: Goseck ist weitgehend saniert. Vermutlich um das Jahr 800 als Grenzburg entstanden, ab dem 11. Jahrhundert dann Benediktinerabtei und nach der Reformation ein Rittergut, pflegt als „Europäisches Musik-und Kulturzentrum“ alte Musik.

Kloster Memleben © Copyright Karl-Heinz Hänel

Kloster Memleben © Copyright Karl-Heinz Hänel

Zeugen mönchischer Vergangenheit.

Memleben, ein Ortsteil der Gemeinde Kaiserpfalz, heute Ort  und einst Stätte der Kaiser Otto des Großen und Heinrich II., war im 13. Jh. ein bedeutendes Benediktinerkloster.

Kloster Memleben © Copyright Karl-Heinz Hänel

Kloster Memleben © Copyright Karl-Heinz Hänel

Der nachempfundene Kreuzgang kündet von einstiger Pracht und Größe.

Kloster Memleben © Copyright Karl-Heinz Hänel

Kloster Memleben © Copyright Karl-Heinz Hänel

Original erhalten und aufwendig saniert ist nur die Krypta.

Kloster Memleben © Copyright Karl-Heinz Hänel

Kloster Memleben © Copyright Karl-Heinz Hänel

Das Museum präsentiert die Sonderausstellung „Wissen und Macht. Der heilige Benedikt und die Ottonen“ (7. Mai bis 14. Oktober). 60 Exponate schildern das Ordensleben im Unstruttal. Elf weitere Klöster geben einen tiefen Einblick in die einstigen Zentren des Glaubens. „Montalbane“, das internationale Festival für mittelalterliche Musik, unterstützt das Projekt mit mediävalen Klängen in der Zisterzienserabtei Pforta (6.-8. Juli).

Der Merseburger Dom

Modell des Merseberger Doms © Copyright Karl-Heinz Hänel

Modell des Merseberger Doms © Copyright Karl-Heinz Hänel

Der Merseburger Dom „St Peter und Paul“ folgt mit dem Thema „Thietmars Welt. Ein Bischof schreibt Geschichte“. Leihgaben und ausgewählte Texte des Chronisten künden von pompösen Kaiserkrönungen und Hoftagen, aber auch vom oft harten Alltag der Burg- und Dorfbewohner, Nöten und Gefahren (15. Juli – 4. November).

Merseburger Dom © Copyright Karl-Heinz Hänel

Merseburger Dom © Copyright Karl-Heinz Hänel

Führungen: Wer auf Thietmars Spuren wandeln will, sollte sich „Kunigunde“ (Beate Tippelt, Leiterin des Domführungsbüro Merseburg) anvertrauen.

Sehr informativ und humorig führt die in das Kostüm der Kaiserin geschlüpfte Museumsmitarbeiterin durch das Programm, plaudert aus ihrer Ehe mit Heinrich II. und deklamiert die legendären „Merseburger Zaubersprüche“ (10. Jh.) in Althochdeutsch.

Sie lagern im Handschriftengewölbe der Domschatzkammer im Kapitelhaus und sollten in vorchristlicher Zeit Gefangene aus ihren Fesseln befreien oder die Pferdebeinlähmung heilen helfen. Ein Juwel ist die romanische Bibel (13. Jh.). Die Genesis oder die Josephsgeschichte sind in leuchtenden Farben illustriert. Schaurig wird es in der Fürstengruft. 37 reichverzierte Särge sind in 3 mittelalterlichen Kapellen beigesetzt.

Merseburger Dom © Copyright Karl-Heinz Hänel

Merseburger Dom © Copyright Karl-Heinz Hänel

Die mächtige Ladegast-Orgel (81 Register, vier Manuale) dominiert das Kirchenschiff.

Merseburger Dom © Copyright Karl-Heinz Hänel

Merseburger Dom © Copyright Karl-Heinz Hänel

Als sie 1853-57 eingebaut wurde, war sie die größte ihrer Art. Mehrfach restauriert, gilt sie bis heute als Paradeinstrument der Orgelspielerelite. Künstler aller Kontinente gastieren bei den „Merseburger Orgeltagen“. Die 48. Folge (8. – 16. September) ist dem Erbauer des Instruments zu seinem 200. Geburtstag gewidmet.

Merseburger Dom © Copyright Karl-Heinz Hänel

Merseburger Dom © Copyright Karl-Heinz Hänel

Der Weisssenfelser Friedrich Ladegast, der schon mehrere Dorforgeln gebaut hatte, revolutionierte mit der Merseburger Orgel die Szene. Aufgeführt werden u.a. Johann Sebastian Bachs „Matthäuspassion“ in der Fassung von Felix Mendelssohn Bartholdy, Joseph Haydens Oratorium „Die Jahreszeiten“, Mendelssohns „Elias“, Kompositionen von Franz Liszt und Werke, die zur Einweihung von Ladegastorgeln in Wien, Leipzig, Köthen und Schwerin komponiert wurden.

Merseburger Dom © Copyright Karl-Heinz Hänel

Merseburger Dom © Copyright Karl-Heinz Hänel

Begehrter Platz vor der Orgel: Namhafte Organisten wechseln sich an den Manualen ab.

Ein weiterer, der Naumburger Dom, UNESCO Weltkulturerbe

05 .............................7598 Naumburger Dom 2018 © Copyright Karl-Heinz Hänel

Naumburger Dom 2018 © Copyright Karl-Heinz Hänel

Im 3. Anlauf auf dem Weg zum Weltkulturerbe wurde der Naumburger Dom zum UNESCO-Weltkulturerbe erhoben. Die Wartezeit wurde genutzt, um das Schmuckstück von 1028 gründlich aufzufrischen. Die West- und Ost-Chorfenster mit ihren wertvollen Glasmalereien wurden aufwendig restauriert.

In der Kinderdomhütte können sich nun Kids als Steinmetze, Glaser oder Baumeister bewähren, lernen die mittelalterlichen Handwerksberufe spielend kennen. Im Westchor mit den zwölf Stifterfiguren drängen sich die Besucher.

Stifterinfigur Uta im Naumburger Dom 2018 © Copyright Karl-Heinz Hänel

Stifterinfigur Uta im Naumburger Dom 2018 © Copyright Karl-Heinz Hänel

Die meisten Fans hat Markgräfin Uta, Sinnbild der schönsten Frau des Mittelalters … mehr Bilder und Erläuterungen

Text © Copyright: Karl-Hugo Dierichs  Fotos © Copyright: Karl-Heinz Hänel

Mit freundlicher Unterstützung von www.saale-unstrut-tourismus.de

Über Karl-Heinz Hänel

Karl-Heinz Hänel ist freier Reise- u. Bild-Journalist, betreibt Storytelling online und zeichnet redaktionell verantwortlich Nach mehrjähriger Mitarbeit für die TV-Sender ARD und ZDF, sowie für internationale Bildagenturen, wechselte der studierte Dipl.- Kommunikations-Designer und Landschaftsfotograf 1995 in den Reisejournalismus, nachdem ihn zunächst nach einer Standortsuche das Thema Toskana nicht mehr los lies. 2004 veröffentlichte GEO-Saison für Geniesser Toskana eine Reportage über seine Spurensuche in der Val d'Orcia. 2006 entwickelte Karl-Heinz Hänel das Online-Reisemagazin speziell für Italien-Liebhaber und Genießer http://www.Paradies-Italien.de , 2008 das Portal http://www.Liebhaberreisen.de und 2013 folgte der Blog http://Blog.Liebhaberreisen.de
Dieser Beitrag wurde unter --. Neue Bundesländer abgelegt und mit , , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.