Der „Vater der deutschen Musik“

Heinrich Schütz © Copyright Karl-Heinz Hänel

Porträt des Heinrich Schütz © Copyright Karl-Heinz Hänel

Ein Museum in Weißenfels würdigt den Komponisten Heinrich Schütz

Heinrich Schütz Museum © Copyright Karl-Heinz Hänel

Heinrich Schütz Haus & Museum © Copyright Karl-Heinz Hänel

Heinrich-Schütz-Häuser gibt es gleich zwei. In Bad Köstritz ist das Geburtshaus des Komponisten und in Weißenfels das „Heinrich-Schütz-Haus“, das hier vorgestellte Museum über den Vater der deutschen Musik und die Instrumente seiner Zeit.

im Heinrich Schütz Museum Weißenfels © Copyright Karl-Heinz Hänel

Dr. Maik Richter  im Heinrich Schütz Museum Weißenfels © Copyright Karl-Heinz Hänel

Der wissenschaftliche Mitarbeiter Dr. Maik Richter führt kompetent durch das Haus.

Heinrich-Schütz war der „Vater der deutschen Musik“ und gilt in der Fachwelt als bedeutendster Komponist des Frühbarocks: Heinrich Schütz (1585 bis 1672) dichtete seine Texte in Deutsch und machte sie für die einfachen ungebildeten Leute verständlich.

im Heinrich Schütz Museum Weißenfels © Copyright Karl-Heinz Hänel

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Mit über 500 vorwiegend geistlichen Werken prägte Heinrich Schütz die protestantische Kirchenmusik.

Im „Heinrich-Schütz-Haus“ im sächsischen Weißenfels, wo er Jugend und Alter verbrachte, wird das Lebenswerk des begnadeten Künstlers in einem multimedialen singenden und klingenden Museum vorgestellt.

im Heinrich Schütz Museum Weißenfels © Copyright Karl-Heinz Hänel

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Zwei Jahre dauerte die aufwendige Restaurierung. 2012 wurde das Gebäude mit der schmucken Renaissancefassade in der Nicolaistraße 13 eröffnet.

Der einstige Gasthof „Zum goldenen Ring“ war ab 1599 das neue Zuhause für den musikbegeisterten Knaben Heinrich. Mit Eltern und fünf Geschwistern kam die Familie von Köstritz nach Weißenfels, wo Vater Christoph als Wirt das erste Haus am Platz übernahm.

im Heinrich Schütz Museum Weißenfels © Copyright Karl-Heinz Hänel

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Dort logierte auch Landgraf Moritz von Hessen-Kassel auf der Durchreise und lud die örtlichen Musiker zum Musizieren ein.

im Heinrich Schütz Museum Weißenfels © Copyright Karl-Heinz Hänel

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Es war wie im Märchen. Von Heinrichs Stimme begeistert, bot er ihm eine mehrjährige musikalische Ausbildung in der Residenz in Kassel an. Latein, Griechisch und Französisch standen ebenfalls auf dem Stundenplan. Der Landgraf finanzierte auch die Studienreise nach Venedig.

im Heinrich Schütz Museum Weißenfels © Copyright Karl-Heinz Hänel

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Das zweijährige Stipendium in Norditalien öffnete eine ganz neue Sicht auf die Komposition von Madrigalen, mehrchörigen Psalmen, Motetten oder kleinen geistlichen Konzerten. Diese Erkenntnisse ziehen sich wie ein roter Faden durch sein Schaffen. Schütz deutet jedes einzelne Wort mit sprechenden Melodien und ausdrucksvoller Harmonik aus.

im Heinrich Schütz Museum Weißenfels © Copyright Karl-Heinz Hänel

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Den Höhepunkt seiner Karriere erlebt er 1617. Ein Jahr vor Ausbruch des 30-jährigen Kriegs wird er von Kurfürst Johann Georg I. von Sachsen als Hofkapellmeister nach Dresden berufen. Eine hohe und gut belohnte Ehre. Im Schutz der fünfeckigen Bastionen bleibt die sächsische Kunst- und Kulturmetropole ein Hort des Friedens in der Welt der Aufruhr.

im Heinrich Schütz Museum Weißenfels © Copyright Karl-Heinz Hänel

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Schütz gibt zahllose Konzerte und komponiert mit ungebändigter Leistungskraft. 1665, mit 71, tritt er in den Ruhestand, lebt mit seiner verwitweten Schwester Christina gemeinsam im wieder erworbenen Elternhaus.

Dort, in der heimeligen Komponierstube im Dachgeschoß, entstehen seine berühmten Alterswerke: die drei Passionen, die Weihnachtshistorie und die Vertonung des 119. Psalms. Er ist der längste im Alten Testament und mit 176 Versen das längste Kapitel der Bibel. In der Vorahnung seines nahen Todes nennt Schütz diese Vertonung „Schwanengesang“. 1672 stirbt er hochgeehrt in Dresden.

im Heinrich Schütz Museum Weißenfels © Copyright Karl-Heinz Hänel

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Das spannende Komponistenporträt wird auf drei Ausstellungsebenen durch zahlreiche Dokumente und instrumente illustriert.

im Heinrich Schütz Museum Weißenfels © Copyright Karl-Heinz Hänel

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In einer Glasvitrine sind historische Instrumente aus der Zeit der Dresdner Hofkapelle ausgestellt. Eine Hörprobe zeigt, wie sie geklungen haben. Auch Drehleiern gehörten zum Orchester.

im Heinrich Schütz Museum Weißenfels © Copyright Karl-Heinz Hänel

Drehleier im Heinrich Schütz Museum Weißenfels © Copyright Karl-Heinz Hänel

Dr. Maik Richter ist stolz auf ein reich verziertes Exemplar: Eine Nachbildung aus dem Besitz eines fahrenden Gesellen, der auch am Hof geachtet war.

im Heinrich Schütz Museum Weißenfels © Copyright Karl-Heinz Hänel

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Am klingenden Notenpult kann zu zwei Schütz-Kompositionen gesungen werden. Publikumsmagnet ist das Tischgebet: „Aller Augen warten auf Dich, Herre!“

im Heinrich Schütz Museum Weißenfels © Copyright Karl-Heinz Hänel

Hörerlebnisse im Heinrich Schütz Museum Weißenfels © Copyright Karl-Heinz Hänel

26 in Schubladen gespeicherte Stimmbücher aus Frühwerken birgt der akustische Notenschrank. Bei geöffneter Lade taucht der Hörer tief in die wunderbare Klangwelt des Meisters ein. Ein nachhaltiges Erlebnis. Schütz ist allgegenwärtig in dem Haus, das früher als Herberge viel größer war. An der Handelsstraße von Dresden nach Leipzig gelegen, war es ein bei Fuhr- und Kaufleuten beliebter Etappenort.

im Heinrich Schütz Museum Weißenfels © Copyright Karl-Heinz Hänel

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Auch der Adel schätzte die gastliche Stätte, die als hölzernes Modell in einer Nische nachgebildet ist. Rußspuren im Gebäude verweisen auf die ehemalige Wirtshausküche. Ein Kuriosum ist ein in einem Mäusenest entdeckter Notenrest. Der wertvollste Schatz des Museums sind zwei Originalfragmente von der Hand des Komponisten dazu frühe Drucke. Besucher sollten viel Zeit einplanen.

im Heinrich Schütz Museum Weißenfels © Copyright Karl-Heinz Hänel

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Die Museumsmacher trumpfen mit allen Assen der modernen Medien. In Hörspielen erinnert Schütz an wichtige Stationen seines Leben, im Film erklärt er seine geniale Kompositionstechnik. Das Museum ist zugleich Konzertsaal. Nach dem verkürzten Bibeltext „… mein Lied in meinem Hause“ wird das ganze Jahr über gesungen und musiziert.

im Heinrich Schütz Museum Weißenfels © Copyright Karl-Heinz Hänel

Heinrich Schütz wurde auch auf Briefmarken verewigt © Copyright Karl-Heinz Hänel

Zum „Heinrich-Schütz-Haus“

Weißenfels an der Saale touristisch

Text © Copyright: Karl-Hugo Dierichs   Fotos © Copyright: Karl-Heinz Hänel

Sonst noch auf der Straße der Romanik und der Weinstraße Saale-Unstrut

Mit freundlicher Unterstützung von www.saale-unstrut-tourismus.de

Über Karl-Heinz Hänel

Ich bin freier Reise- und Bild-Journalist, ein PR-Multiplikator, unterhalte meine Leser mit Product Placement und erzähle Geschichten in Wort und Bild, die ich selbst erlebt habe. Dafür bin ich redaktionell verantwortlich. Alle Angaben gemäß § 5 TMG finden Sie im Impressum und in meiner Vita
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