BlütenMeer 2020 – 2,9 Millionen Euro für die Katz?

Bienen Waben © Copyright by PANORAMO Bild lizensieren: briefe@panoramo.de

Bienen & Honigwaben © Copyright by Karl-Heinz Hänel

Mogelpackung: Samenmischungen helfen den Insekten nicht!
Aktuell: Viele Samenmischungen helfen Insekten nicht – WDR

Nikolas Golsch: Weil in diesen Samentütchen zum ganz großen Teil keine einheimischen Arten sind. Damit sind sie für viele unserer heimischen Insekten ziemlich nutzlos. Der Botanische Verein aus Bochum hat genauer hingeschaut und diverse Samenmischungen von ganz verschiedenen Herstellern ausgesät und dann untersucht, welche Arten aus der Erde gekommen sind. Das Ergebnis war ernüchternd, weiter

Von uns selbst ausgesähte Samenmischung, Insekten Fehlanzeige © Copyright Karl-Heinz Hänel

Von uns selbst 2019 ausgesähte Samenmischung: Insekten Fehlanzeige!

Mehr zu den Ursachen

Stiftung: Naturschutz Schleswig-Holstein feierte 42.Geburtstag
…mit wilden Samentütchen (siehe unten)

Der naive Bürger freut sich über das Engagement für Umwelt & Natur, zu früh gefreut?
NABU: aktuell gilt das Zählen zum Beginn des Insektensommers 2019, bitte mitmachen, derzeit beklagt alle Welt ein Insektensterben von beängstigender Dimension. Vornehmlich die Grünen machten sich im letzten Kommunalwahlkampf mit dem Slogan „Summsumm statt Blala“ für die kleinsten Bewohner der Lüfte stark und bejubelten kürzlich in Bayern ein erfolgreich abgeschlossenes Volksbegehren „Rettet die Bienen“.

Windkraft geht über Leichen

Brisanterweise kommt das Deutsche Zentrum für Luft− und Raumfahrt (DLR) nun in einer aktuellen Studie zu dem Ergebnis, dass Windkraftanlagen wesentlich zu der akuten Gefährdung von Fluginsekten beitragen. Dazu im Folgenden ein Auszug aus einem von Prof. Dr. Werner Mathys verfassten Grundsatzpapier der Initiative Vernunftkraft NRW:

 Auswirkungen auf Fluginsekten – Untersuchungen vom DLR (Trieb) 2018

Die aktuelle Diskussion über einen dramatischen Rückgang von Fluginsekten in Deutschland sowie Berichte über hohe Effizienzverluste (>50%) von Windkraftanlagen aufgrund von Verschmutzungen der Rotorblätter mit Insektenresten legen eine Überprüfung beider Phänomene bezüglich eines möglichen Zusammenhangs nahe.

Erste Recherchen ergaben, dass ausgewachsene, flugfähige Insekten (z.B. der Admiral, Marienkäfer) kurz vor der Eiablage in großen Schwärmen hohe, schnelle Luftströmungen aufsuchen, um sich vom Wind zu entfernten Brutplätzen tragen zu lassen. Die Jahrmillionen alten Pfade, die sie dabei nutzen, werden seit etwa 30 Jahren zunehmend von den Rotoren großer Windkraftanlagen gesäumt, deren Rotorblätter mit Blattspitzengeschwindigkeiten von mehreren hundert Stundenkilometern die Luft durchschneiden, wobei eine bisher unbekannte Menge an Fluginsekten verletzt wird.

Die Strömungen liegen oberhalb 60-100 m und treffen dort auf 200 Mio m² Rotorfläche. Ein Luftdurchsatz von 10 Mio km³, das mehr als zehnfache des deutschen Luftraums (bis 2000m Höhe) wird durch die Rotoren gesogen.

Ca. 1200 Tonnen Insekten werden durch die Rotoren vernichtet, das sind 1200 Milliarden Insekten.

Das entspricht nach Abschätzung eines der Autoren der Größe der durch 40 Mio. PKW vernichteten Insekten. Dies ist eine Menge, die für die Stabilität der Populationen relevant ist. Sollten sich die Insektenbestände wieder erholen, könnte der Anteil der durch WEA vernichteten Insekten sogar auf 3600 Tonnen steigen und Schutzmaßnahmen zunichte machen.“

„Biene Maja und ihre Schwestern, die Wildbienen, Hummeln und  Schwebfliegen fliegen voll auf den Inhalt der neuen Samentütchen des „BlütenMeer 2020“-Projekts der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein. Zum 40. Geburtstag gibt es in diesem Jahr einen, im wahrsten Sinne des Wortes, echten Leckerbissen: Wildsamen von 40 verschiedenen Wildblumen aus Schleswig-Holstein für Ihren eigenen wilden Quadratmeter im Garten.“

Soweit die Versprechungen auf der Website von: https://www.bluetenmeer2020.de/

24. Sept.: Ich hatte per email hin geschrieben und um ein Samenmuster gebeten,
zunächst an: bluetenmeer2020@stiftungsland.de …bis heute ohne Reaktion.
und an den Projektleiter direkt: christian.dolnik@stiftungsland.de

5. Okt.: Auf meine erste Nachfrage anwortete am 8.Okt. Projektleiter Christian Dolnik :
„Gerne schicken wir Ihnen ein Saatguttütchen von unserer BlütenMeer-Wildblumenaktion zu, das allerdings eher für einen Quadratmeter im Garten gedacht ist. Für die Aufwertung größerer Flächen habe ich auf unserer Homepage  einen Abschnitt zur Anlage von Blüh- streifen mit Wildblumen geschrieben, auf der wesentlichen Infos zusammengefasst sind was den Bezug von größeren Mengen Wildpflanzensaatgut betrifft: www.bluetenmeer2020.de

8. Okt.: Ich antwortete, dass mir auch das Tütchen für einen Quadratmeter in Frage käme.

31. Okt.: Auf  erneute Nachfrage  per email erhielt ich am 1.November folgende Antwort:
„Moin Familie Hänel,
meine Kollegin meinte, dass Sie das Tütchen letzte Woche verschickt habe – ist zugegebener Maßen spät, aber sollte dann doch auch schon bei Ihnen angekommen sein.
Alles Gute,
Christian Dolnik

6. Nov.: Da ich dennoch nichts in der Post hatte, publiziere ich dieses Feature

7. Nov.: Prompt erhielt ich Tags drauf einen Anruf von der „Kollegin“, worin diese sich auch darüber beschwerte, dass ich  diesen Vorgang öffenlich gemacht habe. Dass die Samentütchen nicht mit der Post bei den Empfängern ankommen würden, käme häufiger vor. Wie kann das sein?

Eine Ansammlung von auf dem Postweg verloren gegangener Samentütchen?

Wenn Sie es selbst mal versuchen möchten, den Bienen könnte es helfen: „mitmachen“

Und sollten im nächsten Jahr die Straßenränder bunt aufblühen, dann waren es bestimmt die von der Postkutsche heruntergefallenen Samentütchen…

10. Nov.: Dann hatten wir gleich zwei Briefe mit Samentütchen in der Post…

Briefpost © Copyright Karl-Heinz Hänel

Briefpost © Copyright Karl-Heinz Hänel

Zusammen sogar 4 Tütchen, auszusäen von März bis April. Nachfragen lohnte sich also.

Briefpost © Copyright Karl-Heinz Hänel

Briefpost © Copyright Karl-Heinz Hänel

Anfang März säten wir vier Tütchen mit zusammen 10 Gramm Saat aus, bis dahin war es kalt, nun wurde es warm wie sonst im Mai, aber der Boden war knochentrocken. Also täglich vorsichtig gießen.

Wenn der Raps ausgeblüht hat, fehlt es an alternativen Blütlern. Hier sollte eigentlich die Wildblumenaussaht zum Blühen kommen. Jedoch war es in diesem April und Mai zu kalt.

Tägliches Besprühen lässt die Wildblütenaussaat langsam wachsen © Copyright Karl-Heinz Hänel

Foto: 18. Mai: Die diesjährige Rapsblüte geht zur Neige und unsere Wildblumenaussaht braucht wohl noch einige Wochen. War es nur zu kalt, oder haben wir zu spät ausgesäht?

Zur gleichen Zeit unsere dieses Jahr noch nicht gemähte Grünfläche ©Copyright Karl-Heinz Hänel

Wenigstens blühen auf unserer Grünfläche andere Wildpflanzen, weil wir nicht den Rasen gemäht haben.

Foto:  8.Juli:

© Copyright Karl-Heinz Hänel

Nun blühen die Pflänzchen aus den Samentütchen, nur Insekten finden sich nicht auf den Blüten. Singvögel füttern hier indessen mangels Nahrung ihre Jungen mit Haferflocken aus unserem Futterhaus. Fernab sterben Singvögel im Unwetter oder durch Pestizide.

dezenter Spendenaufruf trotz üppiger staatlicher Fördergelder © Copyright Karl-Heinz Hänel

Übrigens, am 13. April bekamen wir unerwartet eine weitere Postsendung mit Info-Prospekten, zwei Tütchen Wildblumensamen, zusammen ganze 5 Gramm und einem Überweisungsträger für Spendenbeiträge…

zwei Tütchen mit 5 Gramm Wildblumensamen © Copyright Karl-Heinz Hänel

Mehr zum Thema: Grünen-Chef Habeck: “Wir vernichten die Grundlage des Lebens”

Quelle: Die Projektfinanzierung von „BlütenMeer 2020“

Das Projekt „BlütenMeer 2020“ wird von 2014 bis 2020 mit 2,9 Millionen Euro aus dem Bundesprogramm Biologische Vielfalt gefördert und vom Bundesamt für Naturschutz fachlich begleitet. Projektträger ist die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein. Fachliche Unterstützung kommt ebenfalls von der Artenagentur Schleswig-Holstein, dem Förderverein Mittlere Treene e.V., sowie dem Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume des Landes Schleswig-Holstein. Zudem wird das Projekt von den Kreisen Dithmarschen und Schleswig-Flensburg finanziell unterstützt. Es ist als Vorzeigeprojekt für die großflächige Wiederherstellung artenreicher Grün- und Offenlandlebensräume von deutschlandweitem Interesse, da es neben den fachlichen Erkenntnissen besonders wertvolle Erfahrungen im Bereich der logistischen und praktischen Umsetzung liefert.

Absolute Premiere: zum ersten Mal sind in den Samentütchen auch Wildsamen aus der projekteigenen Arche Gärtnerei in Eggebek enthalten.

Seien Sie dabei und helfen Sie mit aus Schleswig-Holstein ein wild-buntes „BlütenMeer 2020“ zu machen. Wichtig ist uns, als „BlütenMeer 2020“-Team allerdings, dass Sie aus Schleswig-Holstein kommen und auch in Schleswig-Holstein aussäen. Es handelt sich bei den Wildsamen nämlich ausschließlich um heimische Wildblumen und die wollen und sollen nur hier bei uns im echten Norden, in Schleswig-Holstein, blütenbunt werden.

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Buchtipp: „Bienen Wissen“ aus dem Frederking & Thaler Verlag

Alles, was man wissen muss

Über Karl-Heinz Hänel

Ich bin freier Reise- und Bild-Journalist, ein PR-Multiplikator, unterhalte meine Leser mit Product Placement und erzähle Geschichten in Wort und Bild, die ich selbst erlebt habe. Dafür bin ich redaktionell verantwortlich. Alle Angaben gemäß § 5 TMG finden Sie im Impressum und in meiner Vita
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