warum Autokraten Angst vor Twitter haben …

Andreas Noll erklärt, warum Autokraten Angst vor Twitter haben
Zitat Quelle: DRadio Wissen

Twittern © Copyright by PANORAMO Bild lizensieren: briefe@panoramo.de

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Ob beim Hochwasser in Ostdeutschland, auf dem Taksim-Platz in Istanbul oder dem Kampf gegen die totale Überwachung im Netz: Twitter ist überall dabei. Dabei ist Twitter mehr als nur ein Kurznachrichtendienst. Tweets dienen dem Protest – und das kann unangenehme Folgen haben.

Ein Beispiel dafür ist die Bloggerin Hudi al-Adschmi aus Kuwait. Sie wurde gerade zu elf Jahren Gefängnis und schwerer körperlicher Arbeit verurteilt. Die 37-jährige Lehrerin wurde für schuldig befunden, Emir Scheich Sabah al-Ahmad al-Sabah beleidigt zu haben. Außerdem soll sie über Twitter zum Umsturz aufgestachelt haben.
Angst vor der Opposition

Sie beteuert ihre Unschuld. Behauptet, sie habe gar keinen Twitter-Account. Außerdem verweisen Beobachter darauf, dass die Strafe deutlich höher ist als die für einen Drogendealer. In Kuwait ist das die höchste Strafe, die jemals gegen einen Twitter-Nutzer verhängt wurde. Seit einiger Zeit gehen kuwaitische Behörden stärker gegen Internetaktivisten vor. Sie fürchten ein Erstarken der Opposition.
Golfstaaten schränken Meinungsfreiheit ein

In Kuwaits Nachbarstaaten sind die Strafen für Internetaktivisten noch höher. Menschenrechtsorganisationen machen darauf aufmerksam, dass die Golfstaaten die Meinungsfreiheit im Netz stark beschränkt haben.
Erdogan: „Eine neue Plage namens Twitter“

Manchen Politikern macht Twitter scheinbar Angst. Ein Beispiel dafür ist der türkische Ministerpräsident Erdogan: „Es gibt jetzt eine neue Plage namens Twitter. Dort werden bodenlose Lügen verbreitet. Für mich sind die Sozialen Medien die schlimmste Bedrohung der Gesellschaften.“
Mit Twitter den Protest organisieren

Dabei hat Erdogan selbst 2,5 Millionen Follower bei Twitter. Unabhängig davon hat sich Twitter in der Türkei zur zentralen Plattform entwickelt, von der aus der Protest organisiert wird. Spiegel-Online-Kolumnist Sascha Lobo schreibt dazu: „Twitter stellt das digitale Nervensystem der Proteste dar.

Per Hashtag – #occupygezi und #resistanbul – schafft Twitter eine Verbindung zu Multiplikatoren und Medien weltweit. Klassische Blogs scheinen eine kleinere Rolle zu spielen als beim Arabischen Frühling und sich eher an die restliche Welt zu richten.“ Mittlerweile werden in der Türkei immer wieder Twitter-Nutzer festgenommen.
Twitter mit Vorsicht zu genießen

Manchmal wird Twitter aber auch überbewertet. So zum Beispiel im Zusammenhang mit den Protesten in Ägypten. Dort wurden laut einer Studie von US-Forschern nur 30 Prozent der Tweets in Ägypten selbst abgegeben. In der Türkei allerdings, liegt die Quote bei mehr als 80 Prozent. Andere – wie Arno Frank von taz.de – wiederum warnen vor den Schattenseiten von Twitter: „Von den Opfern des anonymen Cybermobbings soll gar nicht erst gesprochen werden, auch nicht von dem ozeanischen Dünnpfiff, den die meisten parasozialen und hyperbanalen Alltagstweets darstellen.“ … hier zum Hörfunk Beitrag oder … zum Text-Beitrag

Über Karl-Heinz Hänel

Ich bin freier Reise- und Bild-Journalist, ein PR-Multiplikator, unterhalte meine Leser mit Product Placement und erzähle Geschichten in Wort und Bild, die ich selbst erlebt habe. Dafür bin ich redaktionell verantwortlich. Alle Angaben gemäß § 5 TMG finden Sie im Impressum und in meiner Vita
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