Ist das Bezahl-Modell von bild.de intelligenter Dummenfang ?

Ist das Bezahl-Modell von bild.de intelligenter Dummenfang ?

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Quelle: kress.de
Axel Springer hat an diesem Dienstag das Abo-Angebot „Bild Plus“ auf www.bild.de gestartet (kress.de vom 27. Mai 2013). Die Nutzer sollen dabei vor allem mit exklusiven Inhalten und Bundesliga-Fußball gelockt werden. Der Trendforscher Sven Gábor Jánszky hält das Modell der „Bild“-Leute nicht für den großen Wurf, bezeichnet es sogar als „intelligenten Dummenfang“. Warum er es dennoch als Schritt in die richtige Richtung wertet.

„Wenn es wirklich darum ginge, dem User zu vermitteln, dass er für besonders exklusive Inhalte bezahlen muss, dann würde das funktionieren. Ich bin sicher, dass es eine relevante Menge an Lesern gibt, die für ein Exklusivinterview mit Mark Zuckerberg oder ein Bikini-Foto der Kanzlerin oder einen Bundesliga-Clip vor der ‚Sportschau‘ tatsächlich Geld ausgibt“, sagt Jánszky und mahnt an: „Doch was sie tun, ist etwas ganz anderes: Sie führen ein Abo-Modell ein, bei dem die Bundesliga-Clips drei Euro kosten. Diese Clips kann man aber nur kaufen, wenn man ein normales Abo von mindestens fünf Euro hat. Das ist intelligenter Dummenfang.“

Das Konzept von bild.de sei also nicht neu, alle existierenden Bezahl-Modelle von Zeitungen im Internet funktionierten so. Der Leser müsse selbst dann das volle Abonnement abschließen, wenn er die Zeitung nur an zwei Tagen in der Woche lese. An den Bedürfnissen und dem Nutzungsverhalten der User gehe diese verstaubte Strategie somit vorbei. Einen Teilerfolg hält Jánszky für den Verlag dennoch für sicher: „Zumindest der unausgesprochene Plan, die gedruckte Auflage zu stabilisieren wird wohl funktionieren. Außerdem wird der Verlag ein zweites unausgesprochenes Ziel erreichen: Er wird erstmals die persönlichen Kontaktdaten vieler Leser der Kioskausgaben und der User des Onlineangebots erhalten, verbunden mit Informationen über Themen und Inhalte, für die sich die jeweiligen Menschen interessieren. Diese Daten sind wertvoll und nutzbar gegenüber den Werbekunden und den eigenen Onlineangeboten.“

Obwohl er das Modell nicht für „den großen Wurf und die Rettung der Zeitungslandschaft“ hält, findet Jánszky auch anerkennende Worte für die Manager des Axel-Springer-Verlags. „Vermutlich sind die Zielgruppen inzwischen so differenziert, dass es einen großen Wurf gar nicht geben kann. Was wir hier sehen, sind drei kleine Schritte, wovon zwei schon einmal in die richtige Richtung gehen. Gut, das einer sich dies traut. Alle anderen jammern ja nur“, sagt Jánszky.

Was Jánszky Verlagen rät

Sven Gabor  © Copyright by  Janszky

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Auf Basis einer Trendanalyse empfiehlt Jánszky den Verlagen, ihr eigenes Geschäftsmodell anzugreifen. „Sie müssen dazu übergehen, online nicht mehr Werbung sondern eigene Services und Produkte zu verkaufen. Sie müssen das Internet nicht als zusätzlichen Vertriebskanal verstehen, sondern als Werkzeug, um das eigene Produkt adaptiv zu machen“, erklärt Jánszky. Für Zeitungsliebhaber sei dies ein schwerer Schritt, was jedoch eher ein mentales als ein wirtschaftliches Problem sei. Nach Auffassung von Jánszky sind der Axel-Springer-Verlag sowie der Burda Verlag die Vorreiter in der deutschen Verlagslandschaft, wenn es darum geht, das eigene Geschäftsmodell anzugreifen. Beide Verlage hätten bereits frühzeitig auf die Warnsignale reagiert und machten nur noch ein Drittel ihres Geschäfts mit gedrucktem Papier.

Sven Gábor Jánszky untersucht als Direktor und Trendforscher des 2b Ahead ThinkTanks die Trends unserer Zeit. Der studierte Journalist hält Reden und er hat die Bücher „Rulebreaker – Wie Menschen denken, deren Ideen die Welt verändern“ und „2020 – So leben wir in der Zukunft“ verfasst … den ganzen Artikel lesen

Autor dieser Kress-Report-Meldung: Marc Bartl

Quelle: kress.de

Über Karl-Heinz Hänel

Ich bin freier Reise- und Bild-Journalist, redaktionell verantwortlich und erzähle gern Geschichten in Wort und Bild, die ich selbst erlebt habe, erstelle Erfahrungsberichte und betreibe hier Storytelling online. Meine Reisen publiziere ich als Fotoreportagen und Reisegeschichten, oft nach Einladung durch meine Medienpartner. Ich empfehle Hotels, Locations, Gastronomie-Betriebe, Reiseunternehmen, Reiseveranstalter, Filme, bespreche neue, ältere und sehr alte Bücher, Hörfunkbeiträge, Tourismus-Büros, Reise-Verbände und ja, ich publiziere Pressemeldungen ... profitieren auch Sie von meinen ganz persönlichen illustrierten Erfahrungen ... Nach dem Studium für Kommunikations-Design und anschließend mehrjähriger Mitarbeit bei der Kieler Rundschau, den TV-Sendern ARD und ZDF, sowie EUREKA TV, als auch bei namhaften internationalen Bildagenturen, wechselte ich als studierter Dipl.- Kommunikations-Designer und Landschafts-Fotograf im Jahr 1995 in den Reise-Journalismus, nachdem ich zunächst nach einer Standortsuche von dem mich bis heute faszinierenden Thema Toskana nicht mehr los kam. 2004 veröffentlichte "GEO-Saison für Genießer Toskana" eine Reportage über meine Spurensuche in der toskanischen Val d' Orcia, dem Tal unterhalb des heiligen Berges Monte Amiata. 2006 entwickelte ich mein Online-Reisemagazin speziell für Italien-Liebhaber und Genießer Paradies-Italien.de, 2008 folgte das überregionale Portal Liebhaberreisen.de, 2012 startete ich diesen Blog.Liebhaberreisen.de, seit 2013 blogge ich Foto-Reportagen in der HuffPost ehemals Huffington Post Deutschland Alle Angaben gemäß § 5 TMG finden Sie im Impressum
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