Wohin führt uns diese rasante Medien-Veränderung

Michael Gessat über Netzmeinungen zum Thema Zeitungsverkauf

 

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… zum Hörfunk Beitrag oder … zum Text-Beitrag  Quelle: wissen.dradio.de

Der Axel-Springer-Verlag macht Tabula rasa – die Berliner Morgenpost, das Hamburger Abendblatt und all die bunten Blättchen von Hörzu bis Bild der Frau und Frau von Heute werden an die Funke Mediengruppe verkauft. 920 Millionen Euro soll der Verkauf bringen. Mit dem Geld will Springer verstärkt ins digitale Geschäft einsteigen.

Thomas Knüwer vom Blog Indiskretion Ehrensache findet den Verkauf beunruhigend: „Die Redakteure? Von denen werden noch sehr, sehr viele ihren Job verlieren. Und das nicht in 20, 30 Jahren sondern in baldiger Nähe. Man muss ihnen deutlich sagen: Das Schlimmste kommt erst noch. Und es kommt bald. Noch in diesem Jahr wird es massiven Stellenabbau in einigen Verlagen geben.“

Panik auf der Titanic

So sieht das auch Karsten Lohmeyer beim Blog Lousy Pennies – er titelt mit einem Bild der untergehenden Titanic und der Schlagzeile „Rette sich wer kann! Was jeder Journalist aus der Print-Amputation bei Springer lernen sollte.“

Axel Springer glaubt also nicht mehr an Print – warum kauft die Funke-Mediengruppe dann für etwas weniger als eine Milliarde Euro Printtitel auf? Bei Funke hofft man auf Synergie-Effekte und Kosteneinsparungen, Lohmeyer erklärt das so: „Erneut werden viele Journalisten ihren Job verlieren oder in journalistischen Legebatterien, den so genannten Zentralredaktionen, zusammen gefasst werden – die dann das Programm oder den Serviceteil für alle Zeitschriften und eventuell auch Zeitungen der Gruppe liefern werden.“

Auch der ehemalige Springer-Printjournalist Michael Spreng bläst Trübsal: „Preisvergleichsportale statt gedrucktem Wort. Andere Verlage verkaufen schon Tierfutter. Das wird bei Springer auch noch kommen.“ Konsequent wäre es doch, schreibt Spreng, den Verlagsnamen „abzulegen wie einen ausgelatschten Schuh.“

Alles andere als ein Notverkauf

Nachdem die Nachricht gestern bekannt wurde, stieg der Aktienkurs von Axel Springer rasant. Allerdings: Ein Notverkauf war die Aktion nicht. Thomas Knüwer weist auf ein weiteres Detail hin: „260 Millionen des Kaufpreises kommen als Verkäuferdarlehen von Springer selbst. Wenn das Unternehmen selbst nicht mehr an eine finanzstarke Zukunft jener Objekte glaubt, warum beteiligt man sich am wirtschaftlichen Risiko über einen solchen Kredit?“

Und dann mutmaßt er, auch gestützt auf den Wirtschaftsblogger Daniel Kroeger, dass Springer die Objekte auf jeden Fall loswerden wollte und dass der Kaufpreis möglicherweise schon so hoch angesetzt worden sei, dass man die 260 Millionen im Falle einer Funke-Pleite einigermaßen bequem abschreiben könnte.

Was vom Springer-Verlag bleibt

Bei Welt und Bild wird versucht, auch im Netz mit Inhalten Geld zu verdienen – es gibt kostenpflichtige Apps für Mobilgeräte, und seit kurzer Zeit auch die Paywall namens BILD Plus. Die digitale Kehrtwende ist ein Herzensanliegen des im Silicon Valley zum Nerd gewordenen Bild-Chefs Kai Diekmann.

 

 

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Über Karl-Heinz Hänel

Ich bin freier Reise- und Bild-Journalist, ein PR-Multiplikator, unterhalte meine Leser mit Product Placement und erzähle Geschichten in Wort und Bild, die ich selbst erlebt habe. Dafür bin ich redaktionell verantwortlich. Alle Angaben gemäß § 5 TMG finden Sie im Impressum und in meiner Vita
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