Hört ihr Leut’ und lasst euch sagen …

Sabine Bressau begegnete in Eberbach einem Nachtwächter …

Nachtwächter Foto: Sabine Bressau

Nachtwächter Eugen Emmig aus Eberbach Foto: Sabine Bressau

Im Mittelalter gehörten sie selbstverständlich zum Stadtbild und sorgten dafür, dass die Bewohner ruhig schlafen konnten. Seitdem man aber zu Beginn des 20. Jh. begann, die Städte mit Straßenbeleuchtung auszustatten, was die Straßenverhältnisse erheblich sicherer machte, und zeitgleich die Kompetenzen der Polizei ausgeweitet wurden, erübrigten sich die nächtlichen Wanderer und ihr Berufsbild starb aus.

Doch nun tauchen sie vermehrt wieder auf, die Nachtwächter, und ziehen vor allem in Städten mit historischer Vergangenheit und schönen Sehenswürdigkeiten in der Abenddämmerung mit schaulustigem Gefolge ihre Runden. Ausgestattet mit einem breitkrempigen Hut, einem langen, schwarzen Umhang und einem rustikalen Kittel, dem traditionellen Horn vor der Brust sowie Hellebarde und Laterne in den Händen führen sie Besucher durch die Gassen und erzählen aus früheren Zeiten.

 Einer von ihnen ist Eugen Emmig aus Eberbach am Neckar. Der vitale Rentner, der zuvor jahrzehntelang als Stadtführer gearbeitet hat, erfüllt diese Aufgabe seit zwei Jahren mit sprühendem Charme und Enthusiasmus. Die Rolle des Nachtwächters ist ihm wahrlich auf den Leib geschnitten und es ist ein Vergnügen, ihn auf seinem abendlichen Rundgang zu begleiten und seinen vielfältigen Geschichten aus dem historischen Leben und den interessanten Erklärungen zu den wunderbar sanierten Fachwerkhäusern der malerischen Staufferstadt zu lauschen. Pünktlich um 22 Uhr, dem Zeitpunkt, an dem seine Vorgänger im Mittelalter ihren Dienst begannen, ertönt der laute, raue Ruf des Horns und mit volltönender Stimme singt er danach: „Hört ihr Leut’ und lasst euch sagen…“

 Ehemals hatten die Nachtwächter die Aufgabe, in den Straßen für Ruhe und Ordnung zu sorgen. Sie schauten danach, ob alle Türen und Tore gut verschlossen waren, achteten auf Feuer und sonstige Gefahren und hatten sogar die Befugnis, herumstreunendes Gesindel festzuhalten. Jede volle Stunde sangen sie ihr Lied bis morgens um 4 Uhr, dann weckten sie noch die Bäcker und die Wäscher und danach konnten sie sich selbst schlafen legen.

 Heute sieht Eugen Emmichs Dienst als nächtlicher Stadtführer viel moderater aus. Jeden ersten Samstag im Monat gibt er ab 21 Uhr im Sommer (im Winter 19 Uhr) für 3,50 € pro Person eine Nachtwächterführung, die ca. 1,5 Std. dauert. Zusätzlich kann man ihn speziell buchen, Gruppenführungen bis 20 Personen sind für 40 € zu haben.

Info über:
Kultur-Tourismus-Stadtinformation
Rathaus Eberbach
Tel: 06271-87242
Mail: tourismus@eberbach.de
Web: http://www.eberbach.de

 

 

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Über Karl-Heinz Hänel

Ich bin freier Reise- und Bild-Journalist, ein PR-Multiplikator, unterhalte meine Leser mit Product Placement und erzähle Geschichten in Wort und Bild, die ich selbst erlebt habe. Dafür bin ich redaktionell verantwortlich. Alle Angaben gemäß § 5 TMG finden Sie im Impressum und in meiner Vita
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