Erst rezensiert, dann abgemahnt …

Michael Gessat für dRadioWissen über Künstler, die abgemahnt werden

Schriftsteller, Musiker, Maler: Häufig ist das Werk solcher Künstler Gegenstand von Rezensionen. Wer jedoch glaubt, er könne eine Rezension über sein eigenes Werk einfach so auf seiner persönlichen Website veröffentlichen, liegt falsch.

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Zitat-Quelle mit freundlicher Genehmigung: DRadioWissen.de

Da kann es schon einmal passieren, dass ein Künstler eine Abmahnung bekommt. Weil er, ohne den Rechteinhaber zu fragen, einfach einen Artikel über sich selbst veröffentlicht hat. Im Fall der Sängerin Scarlett O‘ ist das ziemlich teuer geworden: Sie sollte 869 Euro Anwaltsgebühr zahlen, für die unberechtigte Nutzung des Werks 1.900 Euro pro Jahr, insgesamt also 8.469 Euro. Die Rezension aus der Syker Kreiszeitung stand schon seit 2009 auf der Website der Künstlerin.

Zwischen Abmahngebühren und Zitatrecht

Künstler sind gewerblich handelnde Personen, darum gelten für sie – anders als für Privatpersonen – keine gedeckelten Abmahngebühren. Auch das Zitatrecht würde nur gelten, wenn der Künstler sich auf seiner Website selbst noch einmal mit dem verwendeten Text auseinandersetzt, schreibt silicon.de.

Die Verlage sitzen am längeren Hebel

Was die Sache noch komplizierter macht: Nicht nur der Kritiker, als Urheber des Beitrags, kann Anwälte beauftragen, die Künstler abzumahnen, auch die Zeitungsverlage – als Rechteinhaber – können Nutzungs- oder Abmahngebühren verlangen. Große Zeitungen wie die Süddeutsche Zeitung oder die FAZ stellen entsprechende Geldforderungen mittlerweile nicht nur an Einzelkünstler, sondern sogar an ganze Opernhäuser, berichtete 3sat.

Offener Brief

In einem offenen Brief werben Künstler auf der Website chanson.de um Folgendes:
Wir, die Unterzeichner, treten dafür ein, dass Künstler und Kulturvereine Artikel aus der Tagespresse sowie Hörfunk und TV-Beiträge, in denen über ihre Arbeit berichtet wird, vollständig oder in Auszügen auf ihren Webseiten genehmigungsfrei dokumentieren dürfen. Die Quelle ist hierbei anzugeben und möglichst zu verlinken.“


Mehr zum Thema:

Quelle: wissen.dradio.de

 

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Über Karl-Heinz Hänel

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