Wo Tankstellen letzter Treffpunkt für die Menschen sind

Henning Sußebach © Copyright Henning Sußebach

Henning Sußebach © Copyright Henning Sußebach

Zeit-Reporter Henning Sußebach zeigt uns unser Deutschland wie es uns so noch keiner nahe gebracht hat. Spannend, überraschend, erschreckend.

Dass wir irgendwie selbst darin verstrickt sind, ist Grund genug für meinen Buch-Tipp.

Wie eine Wanderung sein Berufsbild veränderte

Die Neugier auf andere Sichtweisen und Abenteuerlust trieben Henning Sußebach zu einer 50-tägigen Wanderung durch Deutschland. Der mehrfach preisgekrönte „Zeit“-Redakteur mied Straßen und Städte, übernachtete im Freien oder auf Bauernhöfen – und verließ die journalistische Filterblase. Was Henning Sußebach als eine Reise durch das Hinterland abtut, ist der Blick in einen gesellschaftspolitischen Abgrund, der von den Politikern nicht wahrgenommen wird.

Henning Sußebach hat auf seiner Wanderung von Nord nach Süd durch Deutschland für uns seine persönlichen Erfahrungen mit Menschen wie Du und ich gemacht, vornehmlich abseits der Städte, reflektiert und aufgeschrieben, wie kein anderer vor ihm und auf seine Art, die Begegnung mit Menschen, die er auf seinem Weg angetroffen hat, möglichst un- voreingenommen zu beschreiben.

Keine Angst, es ist keine langweilige Wegbeschreibung, weder für Wanderfreaks, noch für Insider. Es ist die erschütternde Bestandsaufnahme gelebter Schicksale vieler Deutscher.

Zwar hat Roger Willemsen 2001 mit seiner Zugfahrt durch Deutschland Menschen für uns Leser porträtiert und ausführlich geschildert, blieb dabei jedoch auf mobilisiere begrenzt.

Wolfgang Büscher machte 2005 seine Reise rund um Deutschland drei Monate lang herum, entlang der Grenzen und beschrieb erlebtes in neugierig machender Art und Weise.

Sebastian Christ beschrieb 2013 seine Deutschlandwanderung in Hinblick auf den Verlust von Heimat und in letzter Konsequenz den Verlust von Identität.

Henning Sußebach übertrifft seine Vorgänger durch seine messerscharfen Analysen, die sich ihm zwangsläufig offenbahren.

Der Titel „Deutschland ab vom Wege“ ist zudem zweideutig, kann eine Ortsbeschreibung sein, aber auch als politische Situationsbeschreibung interpretiert werden.

Ohne Fortbewegunsmittel, insbesondere ohne KFZ ist der Mensch in Deutschland außerhalb von Städten und Dörfern fast vom gemeinschaftlichen Leben ausgeschlossen.

PS. KHH:“Wie ist wohl dem Kraftfahrer ergangen, der gestern mit seinem PKW vor mir an der Zapfsäule stand und nachdem er in der Tankstelle bezahlt hatte und draußen wieder los fahren wollte, jedoch seinen auf diesem kurzen Weg irgendwie verlorenen Schlüssel seit einer inzwischen gefühlt vergangenen Ewigkeit nicht wieder fand. Und ich diesen PKW noch eine Stunde später am selben Platz vor der Zapfsäule auf der Tankstelle stehen sah, diesmal ohne den Fahrer und mit einem Wahndreieck versehen…“

Dieses Buch verändert das Bewusstsein des Lesers auf spannende Art und Weise…

Deutschland ab vom Wege  – Eine Reise durch das Hinterland

 

Über Karl-Heinz Hänel

Ich bin freier Reise- und Bild-Journalist, ein PR-Multiplikator, unterhalte meine Leser mit Product Placement und erzähle Geschichten in Wort und Bild, die ich selbst erlebt habe. Dafür bin ich redaktionell verantwortlich. Alle Angaben gemäß § 5 TMG finden Sie im Impressum und in meiner Vita
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