
Walter Hase (* 6. November 1905; † 9. Juni 2007 in Kiel) war ein deutscher Forstmann.
Er ist vor allem als Forsthistoriker hervorgetreten und Autor zweier Standardwerke zur Wald- und Forstgeschichte Schleswig-Holsteins.
Die Waldgeschichte Schleswig-Wolsteins ist durch den Rückgang des Waldes,
die Forstgeschichte durch die Aufforstungen gekennzeichnet. Die Entwaldung
erfolgte nur langsam und schrittvveise. Genaue Zeitangaben und Aussagen Ober
den Umfang der Lichtungen und Holzeinschläge können nicht gemacht werden. In
erster Linie ist der Mensch mit seiner Siedlungstätigkeit dafür verantworticlh.
ADAM von BREMEN berichtete 1070 von dem außerordentlichen Waldreichtum der
cimbrischen Halbinsel. So erstreckte sich der Farriswald (Bawith) zwischen
Hadersleben und der Nordsee. Der lsarnho (Eisenwald) zog sich von Schleswig bis
nach Kiel hin. Holstein war vom Dänischen Wohld, dem Rendsburger Wald, dem
Riesenwohld umgeben. Der Sachsenwald bildete die Grenze gegen Lauenburg.
Um 1460 war u.a. Dithmarschen noch so dicht bewaldet, daß ein Eichhörnchen
von Meldorl bis zur Landesgrenze von Baum zu Baum springen konnte, ohne den
Boden zu berühren. Dies war auch in zahlreichen anderen Waldgebieten so. Eiche
und Buche bildeten die Hauptbaumarten. In den feuchten Niederungenwar die Erle
anzutreffen. Ferner waren Birke und Hainbuche vertreten. Das Nadelholz wurde
erst vor eWa 250 bis 300 Jahren hier eingeführt und fand seine Wauptverbreitung
auf der Geest.
Die Gründe für den Rückgang des Waldes sind mannigfach. Vor allem der
Mensch ist dafür verantwortlich, da er den Holzvorrat durch seinen Wolzverbrauch
übermäßig vermindert. Seit alters her spielt die Waldweide, die kaum Jungwuchs
aufkommen Iäßt, eine Rolle. Alte Holz verbrauchende Gewerbe sind die Köhlerei,
der Schiffbau und der Deichbau im Lande zwischen zwei Meeren
Als einheimische Baumarten sind Eiche und Buche den Klimaverhältnissen des
Landes angepaßt. Nur extreme Witterungsverhältnisse- wie z.B. Orkane – können
Schaden anrichten. Kritisch wird das Klima für viele der eingeführten Nadelhölzer,
zumal wenn Baumarten aus dem kontinentalen Raum im hiesigen Klima (mit
maritimen Einschlag) angebaut werden. Musterbeispiel dafür ist die Kiefer. Die
Kiefern aus dem östlichen Mitteleuropa leiden im Landesteil Schleswig (HASE
1978, S. 81-86) namentlich unter dem Schüttepilz (Lophodermium pinastri). Das
Klima ist durch seine WechselhaRigkeit und die häufige Windbewegung gekenn-
Quelle: http://www.schriften.uni-kiel.de/Band%2053/Hase_53_83_124.pdf
