Falstaff präsentierte Spitzen- & Sternekoch Stefan Hartmann

Stefan Hartmann kocht im Restaurant des Hotel Bacchus © Copyright Karl-Heinz Hänel

Es begann mit der Ausbildung zum Koch im Steigenberger Hotel „Conti-Hansa“ in Kiel.

1994 ging es dann als Koch los, steil nach oben, ab 2007 bis 2014, als Koch immer besser werdend, als Gastronom immer mehr zu höherem getrieben. Nach vielen von der Tester-Szene unbefriedigend bewerteten Jahren in Deutschland, hatte Stefan Hartmann irgendwann die Nase voll.

Der 2010 zugesprochene Michelin-Stern war den Stress für Stefan Hartmann am Ende nicht mehr wert…

im Restaurant des Hotel Bacchus © Copyright Karl-Heinz Hänel

Vancouver 5.Mai 2026. Das Gourmet-Magazin Falstaff entdeckte für sein Heft „Kanada“Oktober 2025 einen freundlichen in sich ruhenden Kerl zwischen 2,5 Millionen Einwohnern von Vancouver, der heute und seit 2015 im Restaurant Bacchus des Wedgewood Hotel seine Kochkünste selbstbewusst offenbahrt.

Seine Gäste sind im Umfeld rauer Vorurteile über Kanada und einer asiatisch geprägten City in Wirklichkeit sensible Bürger, die so langsam das Fine Dining für sich entdecken.

Zu Beginn unserer Kanada-Reise in Vancouver besuchten wir seine aktuelle Arbeitsstätte. Sichtlich über unseren unangemeldeten Besuch erfreut, empfahl Stefan Hartmann uns sein Überraschungsmenu, das schon allein einen Abstecher auf der Reise nach Vancouver lohnt.

Das Degustationsmenü auf Wunsch und als Überraschung von Stefan Hartmann für uns zusammengestellt.

Der Eingang des Bucchus Hotels führt auch zum Restaurant. Reservierung erbeten.

Bacchus in Öl im Restaurant des Hotel Bacchus © Copyright Karl-Heinz Hänel

Der Bar-Bereich ist durch eine Art Veranda abgetrennt, dort sitzt auch ein Klavierspieler, der live und mit ausgewählten Pausen spielt, Bacchus in Öl schaut ihm über die Schulter.

Wir sind in Kanada, da ist immer Eishockey im TV © Copyright Karl-Heinz Hänel

Es ist recht dunkel, aber auch romantisch, allerdings nicht für Selfies geeignet. Der Blick in den Küchenbereich ist möglich. Die Gänge werden zügig serviert, aber nicht zu schnell.

Stefan Hartmann kocht im Restaurant des Hotel Bacchus © Copyright Marion Ammann

Zum Überraschungsmenü haben wir die Weinbegleitung gewählt, mit ausschließlich kanadischen Weinen, der Koch hat den Sommelier vorher über seine Speisenfolge informiert, um den perfekten Wein auswählen zu können. Die Weinkarte ist beeindruckend und ich wäre etwas überfordert gewesen. Das „blinde“ Vertrauen wird belohnt und für mich wird die Weinbegleitung perfekt umgesetzt.

Wohltuend für uns war, dass es kein kalifornisches „Hello I’m … and your server“ gab, im Gegenteil, ein gut harmonisierendes Team hat uns umsorgt. Das Personal war super aufmerksam und bemerkt auch im Vorbeigehen, wenn eine Serviette auf dem Schoß fehlt, weil sie eventuell runtergefallen ist. Sofort wird eine neu angeboten, ausgeschüttelt und über dem Schoß schweben gelassen, aufmerksam aber nicht übergriffig.

Was uns auch positiv gegenüber deutscher Restaurantkultur auffiel, war, dass Brot und Butter nicht mit dem Servieren des Hauptganges abgeräumt wurden. Das fanden wir schön, weil es nicht so bevormundend ist, und Zeit für eine individuelle Wahl offen läst.

Die Lautstärke im Raum nimmt mit weiteren erscheinenden Gästen zunehmend an Fahrt auf, im Laufe der Zeit und der Anzahl der Menügänge.

Am Ende mochte ich gar nicht mehr den Rest Selter trinken, denn den Nachgeschmack von Lamm und Rotwein wollte ich nicht verwässern.

Der deutsche Koch Stefan Hartmann ist seit 11 Jahren in Vancouver und begeistert die Gäste – zunehmend auch Kanadier- fürs Fine Dining im Bacchus-Restaurant.

Wie geht es Stefan Hartmann hier? In Kanada hat man normalerweise nur 10 Tage Urlaub im Jahr, nach seinem 50. Geburtstag hat Stefan Hartmann ein paar Tage mehr ausgehandelt, uns die genaue Anzahl aber nicht genannt.

Bienvenue: Für das Zusammenstellen des Menüs wurden wir gefragt, was wir gar nicht mögen oder vertragen. Erleichterung war zu bemerken, als wir sagten, ja, wir essen Fleisch, auch sehr gerne Lamm. Ein Hauptgericht ohne Fleisch wäre natürlich auch möglich gewesen, doch man spürte die Gedanken von Stefan Hartmann, zu zeigen, was er drauf hat.

Prawn cake, Nori © Copyright Marion Ammann

Prawn cake, Nori,

dazu ein Sorbet Riesling, schmeckt runder & sanfter als ich den deutschen in Erinnerung habe…

Sorbet © Copyright Marion Ammann
Chowder mit Kartoffeln, Scallops © Copyright Marion Ammann

Chowder mit Kartoffeln, Scallops, Mussels wird an den Fisch angegossen

Menu von Stefan Hartmann im Restaurant im Wedgewood Hotel & Spa © Copyright Karl-Heinz Hänel

Heilbutt auf der Haut gebraten, Spargel auf beurre blanc

Dazu ein Fumé blanc, der riecht sensationell aromatisch, erreicht das Niveau geschmacklich nicht ganz.

Ein Merlot aus Okanagan, von der Ostseite mit viel Sonne, riecht nach Vanille und schmeckt nach (sehr gutem) Vanillepudding, sehr karamellig, wenig (nicht vordergründiges) Tannin, wenig Säure, Barriquenoten.

Lambsaddle mit Spinat, medium rare, Lammlasagne
Die Artischocke zum Beginn mit Lamm gibt eine gute Balance mit der gemüsigen Säure. Die Artischocke ist tatsächlich ein guter Gegenspieler zum sonst dominanten deftigen Lamm.

Menu von Stefan Hartmann im Restaurant im Wedgewood Hotel & Spa © Copyright Karl-Heinz Hänel

Lammsattel mit schönen Röstaromen
hauchdünne fast nicht existente Nudeln mit Béchamelsauce Lammhack mit Bratensoße

Dann „we are doing a dessert course to finish up”, ob ich das noch schaffe?

Menu von Stefan Hartmann im Restaurant im Wedgewood Hotel & Spa © Copyright Karl-Heinz Hänel

Dazu erstmal ein Port style Wine from Okanangan Valley, dunkelrot, Vanillearomen und irgendwie gleichzeitig stärker und doch leichter, flüssiger.

Erdbeer Savarin mit Eis on top und Erdbeeren, der Savarin verliert nicht seine Konsistenz.

“… and some chocolate for you” Truffels with caramel and little brownie

Jetzt brauche ich unbedingt einen Espresso.

Es fühlt sich fast an wie osteuropäische Gastfreundschaft, das heißt, wenn das Tischtuch noch zusehen ist, dann ist der Gastgeber geizig und hat nicht ausreichend genug angeboten.

Nein, der Tisch war hier nicht überladen, wir sind rundherum gut umsorgt worden und haben sehr gut gegessen. Ein Lob und Dank an Stefan Hartmann, mehr im Heft Falstaff Okt. 2025

Das Bacchus Restaurant im Wedgewood Hotel & Spa © Copyright Karl-Heinz Hänel

Uns überraschte die aufgeschlossene und herzliche Gastfreundschaft, eine schöne Eigenschaft, die man in Kanada häfig antrifft und die im Vergleich mit den Trumpisten zunehmend schwindet.

Über Karl-Heinz Hänel

Ich bin freier Reise- und Bild-Journalist, content creator und ein PR-Multiplikator, unterhalte meine Leser mit Product Placement und erzähle Geschichten in Wort und Bild, die ich selbst erlebt habe. Dafür bin ich redaktionell verantwortlich. Alle Angaben gemäß § 5 TMG finden Sie im Impressum und in meiner Vita
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